Podcastfolge 16: Menschen, die Rheinbach bewegen - August 2026: Janina Postler

Mit dem Ende der Sommerferien beginnt für viele Kinder in Rheinbach ein neues Schuljahr. Besonders für die Erstklässlerinnen und Erstklässler heißt das: neue Wege und oft die erste selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr. Umso wichtiger sind Menschen, die Verantwortung übernehmen. Unser Ehrenamt des Monats August ist deshalb Janina Postler, Ampellotsin in Merzbach. Die gebürtige Wermelskirchenerin lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Rheinbach. Als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin arbeitet sie heute in einem Eltern-Kind-Heim und ist zudem selbstständige Trageberaterin.

Frau Postler, Sie engagieren sich seit 2022 ehrenamtlich als Ampellotsin in Merzbach. Was hat Sie dazu motiviert?

Der Anstoß kam tatsächlich mit der Einschulung meines ältesten Kindes. Beim ersten Elternabend stellte sich der Ampeldienst vor. Ich fand die Aufgabe sofort sinnvoll und dachte: Das könnte etwas für mich sein. Nach einem Gespräch mit meinem Mann haben wir beschlossen, uns gemeinsam zu engagieren und wechseln uns seitdem beim Dienst ab.

Was genau gehört zu Ihren Aufgaben?

Wir sorgen dafür, dass die Kinder die stark befahrene Straße durch Merzbach an der Ampel sicher überqueren können. Gerade morgens herrscht dort viel Verkehr, und viele Autofahrer stehen unter Zeitdruck. Unsere Anwesenheit trägt dazu bei, dass vorsichtiger gefahren wird und die Kinder sicher zur Schule gelangen.

Warum ist der Ampeldienst trotz einer vorhandenen Ampel so wichtig?

Leider erleben wir immer wieder, dass Autofahrer noch schnell über die Kreuzung fahren möchten, wenn die Ampel gerade auf Rot springt. Das kann für Kinder sehr gefährlich werden. Schon allein unsere Warnwesten sorgen oft dafür, dass Verkehrsteilnehmer aufmerksamer und rücksichtsvoller fahren.

Wie läuft ein typischer Morgen für Sie ab?

Unser Einsatz beginnt gegen 7:45 Uhr und dauert bis etwa 8:10 Uhr, manchmal auch etwas länger. In dieser Zeit kommen die meisten Kinder zur Schule. Sobald das letzte Kind sicher angekommen ist, endet unser Dienst.

Wie ist der Ampeldienst organisiert?

Wir sind ein kleines Team von sechs Personen. Für jeden Wochentag gibt es in der Regel eine feste Zuständigkeit. Zusätzlich haben wir weitere Helferinnen und Helfer, die bei Bedarf einspringen. Organisiert wird alles unkompliziert über eine WhatsApp-Gruppe.

Lässt sich das Ehrenamt gut mit Familie und Beruf vereinbaren?

Ja. Gerade weil wir uns die Dienste aufteilen und gegenseitig vertreten, funktioniert das sehr gut. Der zeitliche Aufwand ist überschaubar, der Nutzen für die Kinder dafür umso größer.

Wie erleben Sie die Kinder auf ihrem Schulweg?

Viele Kinder gehen bereits selbstständig oder in kleinen Gruppen zur Schule. Manche werden noch von ihren Eltern begleitet. Es ist schön zu sehen, wie selbstverständlich die Kinder den Ampeldienst wahrnehmen und wie wichtig ihnen ein sicherer Schulweg ist.

Was wünschen Sie sich für die Verkehrssicherheit?

Ich glaube, wir brauchen beides: eine gute Infrastruktur und gegenseitige Rücksichtnahme. Verkehrserziehung, Verkehrsberuhigung und vor allem vorbildliches Verhalten der Erwachsenen gehören zusammen. Kinder lernen durch das, was sie täglich erleben.

Und zum Schluss: Was bedeutet Ihnen dieses Ehrenamt persönlich?

Es ist ein gutes Gefühl, morgens draußen zu sein und einen kleinen, aber wichtigen Beitrag für die Sicherheit der Kinder zu leisten. Oft sind es die kleinen Dinge, die im Alltag einen großen Unterschied machen.

Hören Sie die ganze Folge im Podcast.

Interview auf Basis der Podcast-Gesprächs “Rheingehört - Ehrenamt des Monats August”