Klimaschutz und -anpassung
Längst ist der Klimawandel auch in unserer Region und somit vor unserer Haustür angekommen. Es besteht dringender Handlungsbedarf dieser Herausforderung mit vorausschauender und zukunftsfähiger Planung zu begegnen. Dabei spielen Maßnahmen im Bereich des Klimaschutzes eine ebenso wichtige Rolle wie Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.
Die Stadt Rheinbach stellt sich seiner kommunalen Verantwortung für das Klima. Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Übersicht der bis dato wichtigsten Beschlüsse, Prozesse und Maßnahmen rund um Klimaschutz und Klimaanpassung.
Kontakt:
Mobilität, Klima- und Umweltschutz:
Die Verwaltungen sowie Bürgerinnen und Bürger der Kommunen Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg engagieren sich bereits seit 2007 gemeinsam aktiv für den Klimaschutz und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Seit 2010 besteht das “Regionale Bündnis für Klimaschutz” mit dem Ziel der Intensivierung der energiepolitischen Zusammenarbeit und der Nutzung interkommunaler Synergien bei der Umsetzung des Klimaschutzes.
Gemeinsam konnte bereits viel erreicht werden. In 2012 wurde ein integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet, welches als Planungshilfe sowie Handlungsgrundlage für Projekte im interkommunalen Klimaschutz dienen soll. Zudem wurde im März 2015 der erste interkommunale Klimaschutzmanager für die Klimaregion Rhein-Voreifel durch die Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative eingestellt. Seit Ablauf der Förderperiode wird diese Position von den sechs Städten und Gemeinden gemeinsam eigenfinanziert und unbefristet fortgeführt. Seit November 2023 wird aufbauend auf der bisherigen Arbeit der Klimaregion ein interkommunales Klimaneutralitätskonzept inklusive kommunalspezifischer Klimaaktionspläne erstellt. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter “Klimaneutrales Rheinbach 2045”.
Auch im Bereich Klimaanpassung ist die Klimaregion schon aktiv: Anfang 2019 wurde der Beschluss gefasst, ein interkommunales Klimaschutzteilkonzept zur Anpassung an den Klimawandel zu erarbeiten. Das Konzept konnte in 2022 fertiggestellt werden und stellt konkrete Maßnahmen vor, die u.a. Schäden und Beeinträchtigungen durch Extremniederschläge, Überflutungen, Sturm und Hitze verhindern oder zumindest abmildern sollen. Anfang 2024 wurde das Konzept nochmals aktualisiert. Mehr Informationen dazu finden Sie unter „Interkommunales Klimafolgenanpassungskonzept“.
Kontakt interkommunales Klimaschutzmanagement:


In 2010 wurde das Handlungskonzept Klimaschutz für die Stadt Rheinbach als integriertes Klimaschutzkonzept erstellt, in dem der gesamte Handlungsrahmen für die Verminderung von Treibhausgasen in der Stadt umfassend untersucht wurde. Das Handlungskonzept listet eine Vielzahl konkreter Maßnahmen auf, mit denen sich die Stadt Rheinbach eine Minderung der CO2-Emissionen um 20% bis zum Jahr 2020 zum Ziel gesetzt hat.
Ein weiterer Baustein für den aktiven Klimaschutz in Rheinbach ist das Klimaschutz-Teilkonzept "Erneuerbare Energien in Rheinbach". Im Rahmen dieses Teilkonzeptes wurden alle lokalen Möglichkeiten zur Erzeugung erneuerbarer Energien ausfindig gemacht und untersucht. Der Fokus der Untersuchung lag im Bereich Wind- und Solarenergie, es wurden aber auch andere Optionen geprüft, wie beispielsweise nachwachsende Rohstoffe, Biogas, Geothermie oder Wasserkraft.
Ausgehend von einer Energie- und CO2 -Bilanz mit dem Bezugsjahr 2012 wurden für das Rheinbacher Stadtgebiet besonders klimarelevante Bereiche identifiziert, die als Grundlage für die Festlegung von Handlungsschwerpunkten für Klimaschutzmaßnahmen in Rheinbach dienen.
Vor dem Hintergrund der Klimaziele der Bundesregierung und ausgehend von diesem ersten Handlungskonzept Klimaschutz wird aktuell ein interkommunales Klimaneutralitätskonzept erstellt.
Mehr Informationen dazu unter Klimaneutrales Rheinbach 2045.
Städte und Gemeinden sind in besonderem Maße von den Folgen des Klimawandels betroffen. Extremwetterereignisse wie Starkregen und Stürme, Hochwasserereignisse und Überflutungen, aber auch anhaltende Hitzewellen und Trockenheit stellen eine Gefahr für Mensch und Gesundheit sowie die kommunale Infrastruktur dar. Vor diesem Hintergrund sind eine angepasste zukunftsfähige Stadtentwicklung sowie die frühzeitige Vorbereitung und nachhaltige Vorsorge innerhalb der Kommunen entscheidend.
In 2019 haben die sechs Kommunen der Klimaregion Rhein-Voreifel den gemeinsamen Beschluss gefasst ein interkommunales Klimaschutzteilkonzept zur Anpassung an den Klimawandel zu erarbeiten und hierfür eine Förderung des Vorhabens beim Bundesumweltministerium (Kommunalrichtlinie) zu beantragen, welcher positiv beschieden wurde. Schwerpunkt der umfassenden Untersuchungen im Rahmen des Konzepts ist die Darstellung der durch den Klimawandel besonders betroffenen Gebiete in der Region Rhein-Voreifel sowie die Entwicklung eines damit verknüpften Maßnahmenkatalogs.
Die Erstellung des Konzepts zur Klimafolgenanpassung umfasste dabei die folgenden Arbeitsschritte:
- Bestandsaufnahme der kommunalen Systeme und ihrer Beeinflussung durch das Klima
- Identifikation konkreter Betroffenheiten
- Erarbeitung einer (inter-)kommunalen Gesamtstrategie
- Aufstellung eines Maßnahmenkatalogs
- Ausarbeitung einer Verstetigungsstrategie, eines Controlling-Konzepts sowie einer Kommunikationsstrategie
Über verschiedene Beteiligungsinstrumente wurden die Bürgerinnen und Bürger der Rhein-Voreifel Region, die Politik und die Fachöffentlichkeit in die Erarbeitung des Konzepts einbezogen. Dies erfolgte aufgrund der Pandemie überwiegend durch unterschiedliche Formate der Online-Beteiligung. Ein Beispiel hierfür ist die Klimamap, eine interaktive Karte, in die Anregungen, Hinweise und Vorschläge zu Klimaanpassungsmaßnahmen hinterlassen werden konnten, die anschließend in das Konzept eingeflossen sind.
2022 konnte das Klimafolgenanpassungskonzept fertiggestellt werden. Alle Infos zum genauen Projektverlauf sowie den detaillierten Ergebnissen finden Sie hier: www.klima-rv.de/projektdoku
Anfang 2024 wurde das Klimafolgenanpassungskonzept wieder in Zusammenarbeit aller Kommunen der Klimaregion überarbeitet und aktualisiert. Dabei wurden vor allem Maßnahmen zum Natürlichen Klimaschutz und naturbasierten Lösungen herausgearbeitet und ergänzt, inklusive verschiedener Leuchtturmprojekte für jede Kommune.
Interkommunales Klimaschutzteilkonzept zur Klimaanpassung in der Region Rhein-Voreifel
Beteiligte Partner:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Innovation City Management GmbH
K.PLAN - Klima.Umwelt & Planung GmbH
Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS)


Das Klimaanpassungsmanagement hat zur Aufgabe, die Umsetzung des Klimafolgenanpassungskonzepts für die Stadt Rheinbach zu koordinieren und sicherzustellen. Hierbei liegt der Schwerpunkt darauf, verschiedene für die Kommune entwickelte Leuchtturmmaßnahmen umzusetzen. Die Zielsetzung gibt dabei vor, dass mindestens 50 % der umgesetzten Maßnahmen aus sogenannten „Naturbasierten Lösungen“ bestehen müssen, welche ein Bestandteil des „Natürlichen Klimaschutzes“ sind. Unter “Naturbasierten Lösungen” werden Maßnahmen verstanden, die natürliche Prozesse und Eigenschaften von Ökosystemen nutzen, um zentrale gesellschaftliche Herausforderungen, wie z.B. den Klimawandel, zu bewältigen und dabei zugleich weiteren ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gewinn zu bringen.
Darunter fallen zum Beispiel:
- die Auswahl von klimawandelangepassten Pflanzenarten um den Verlust von Vegetation durch Hitze- bzw. Trockenstress zu vermeiden,
- eine artenreiche Begrünung von Plätzen und Straßenzügen für den Erhalt der Biodiversität und die Erhöhung der Kühlleistung durch Verdunstung sowie Schattenspende,
- der Rückbau versiegelter Flächen um in Hitzeperioden übermäßige Aufheizung zu verhindern und entweder bei Starkregen bessere Niederschlagsversickerung oder Wasserspeicherung für die Vegetation zu ermöglichen.
Die aktuellen Leuchtturmmaßnahmen der Stadt Rheinbach:
I. Schaffung von grünen Quartiersplätzen (oder auch Pocket-Parks)
II. Etablierung resilienten Stadtgrüns
III. Gestaltung einer multifunktionalen Grünfläche
IV. Netzwerkbildung zur Klimawandelanpassung
V. Öffentlichkeitsarbeit und Beratung
Auf der Grundlage des Anfang 2024 überarbeiteten und aktualisierten Klimafolgenanpassungskonzepts wurde im Rahmen des Programms „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ (Förderrichtlinie DAS) des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundesministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (BMUV) eine geförderte Personalstelle im Rahmen des Förderaufrufs „ANK-DAS-A.2: Umsetzung eines Konzepts zu nachhaltigen Klimaanpassung und für Natürlichen Klimaschutz für die Stadt Rheinbach“ beantragt und bewilligt. Die Förderung läuft von September 2024 bis Juli 2027 (Förderkennzeichen – 67DAAN0922).
Mehr Informationen zu dem Projekt:
Aufgrund des Klimawandels steigen die Temperaturen weltweit, und es gibt mehr Hitzetage und Tropennächte. In Städten kann es durch dichte Bebauung und versiegelte Flächen deutlich wärmer werden als im Umland. Hitze kann die Lebensqualität beeinträchtigen und gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Hier gibt es Tipps, wie man sich besser wappnen kann, mit lokalen Bezügen für Rheinbach.
Rheinbacher Hitzeknigge
Der Hitzeknigge des Umweltbundesamts enthält hilfreiche und praxisnahe Empfehlungen, wie Sie sich bei hohen Temperaturen am besten schützen können. Gerade an heißen Tagen ist es wichtig, ausreichend zu trinken, die Mittagshitze zu meiden und für eine angenehme Raumtemperatur zu sorgen. Der Knigge richtet sich insbesondere an ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen, die durch Hitze besonders gefährdet sind.
Neben den allgemeinen Tipps enthält der Hitzeknigges auch zusätzliche, speziell auf die Stadt Rheinbach zugeschnittene Informationen. Diese dienen als Unterstützung, um gut durch heiße Tage zu kommen – im Alltag, zu Hause und am Arbeitsplatz.
Ein praktisches Poster zum Ausdrucken steht zum Download zur Verfügung. Dieses kann im Büro oder zu Hause aufgehängt werdeb, um wichtige Hinweise stets im Blick zu haben.
Rheinbacher Hitzeknigge
Hitzeschutztipps - Post zum Ausdrucken
Mit dem Klimaschutzgesetz NRW sind Städte und Gemeinden verpflichtet, bis spätestens 2045 klimaneutral zu wirtschaften. Um dieser gesetzlichen Vorgabe strukturiert nachzukommen, hat die Stadt Rheinbach gemeinsam mit dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) ein kommunales Klimaneutralitätskonzept erstellen lassen. Ergänzend wurde – in enger Abstimmung mit den fünf linksrheinischen Nachbarkommunen – ein interkommunales Konzept für die Klimaregion Rhein-Voreifel entwickelt. Der Stadtrat Rheinbach hat die Konzepte im Juli 2025 beschlossen.
Die Grundlage des Konzepts bildet eine detaillierte Energie- und Treibhausgasbilanz für das Stadtgebiet, ergänzt durch eine Analyse der Potenziale für den Ausbau erneuerbarer Energien. Darauf aufbauend wurden zentrale Handlungsfelder definiert und ein umfassender Maßnahmenkatalog entwickelt – mit Schwerpunkten in den Bereichen Energie, Mobilität, Stadtentwicklung, Klimaanpassung sowie Klimabildung. Letztere zielt darauf ab, Wissen über Umwelt- und Klimathemen breiter in Gesellschaft und Bildungseinrichtungen zu verankern.
Das Konzept basiert auf einem mehrstufigen, daten- und beteiligungsorientierten Prozess. Neben der Verwaltung wurden auch externe Fachakteurinnen und -akteure sowie die Öffentlichkeit eingebunden – etwa über Workshops, Interviews und digitale Beteiligungsformate. So entstand ein Maßnahmenkatalog mit 29 kommunalen und 22 interkommunalen Maßnahmen.
Die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen betont den regionalen Ansatz: Klimaschutz kennt keine Stadtgrenzen.
Das Konzept bietet eine fundierte Grundlage für die kommenden Jahre und zeigt auf, wie Rheinbach gemeinsam mit der Region Schritt für Schritt klimaneutral werden kann.
Interkommunales Klimaneutralitätskonzept - Bericht
Interkommunales Klimaneutralitätskonzept - Maßnahmenkatalog
Die Stadt Rheinbach hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. So hat der Rat in seiner Sitzung am 23.02.2023 im Einklang mit den Zielen der Bundesregierung sowie auf Landesebene die Klimaneutralität der Stadt Rheinbach bis 2045 beschlossen. Um dieses Ziel zu erreichen wird ein interkommunales Klimaneutralitätskonzept inklusive kommunalspezifischer Klimaaktionspläne erarbeitet. Letzterer wird einen auf die Stadt Rheinbach zugeschnittenen Maßnahmenkatalog mit präzisen und umsetzbaren zeitlichen Vorgaben umfassen. Die aufgeführten Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität sollen zeitlich gestaffelt werden und in Teilschritten kontinuierlich umgesetzt werden.
Als Grundlage für dieses Konzept dienen die Ergebnisse einer aktuellen Energie- und CO2-Bilanzierung, welche im November 2023 fertiggestellt werden konnte. Vor dem Hintergrund der etablierten Zusammenarbeit in der Klimaregion Rhein-Voreifel haben sich die sechs Kommunen darauf verständigt, für die Erstellung der Energie- und CO2-Bilanzierung sowie auch bei der Erarbeitung des Klimaneutralitätskonzepts einen gemeinsamen Weg zu gehen.
Die Erstellung des interkommunalen Klimaneutralitätskonzepts erfolgt seit dem 01.11.2023 durch das Institut für Stoffstrommanagement (IfaS). Aktuell ist die Fertigstellung des Konzepts im ersten Quartal 2025 geplant.
Eine wichtige Komponente bei der Erstellung des Konzepts stellt unter anderem die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger dar. Im Mai 2024 fand eine öffentliche Auftaktveranstaltung statt. Anschließend lief bis Mitte Juli 2024 über das Beteiligungsportal NRW eine Onlinebeteiligung, zu der alle eingeladen waren, ihre persönlichen Ideen und Lösungsansätze zu den Themen Klimaschutz und Klimaneutralität beizusteuern.
Klimaschutzpreis Westenergie
Ehrenamtliches Engagement ist eine der wichtigsten Säulen des Klima- und Umweltschutzes. Deshalb lobt das Essener Energieunternehmen Westenergie gemeinsam mit seinen Partnerkommunen alljährlich den Westenergie Klimaschutzpreis aus. Insgesamt konnten so seit 1995 bereits über 8.000 Projekte mit dem Westenergie Klimaschutzpreis ausgezeichnet werden. Auch 2025 ist die Stadt Rheinbach wieder mit dabei: Bis Mitte September sind Bürger*innen, Vereine, Institutionen und Unternehmen aufgerufen, sich mit ihren Projekten zu bewerben. Die besten Projekte werden durch eine Jury ausgewählt und honoriert.
Alle weiteren Infos zum Klimaschutzpreis und den genauen Teilnahmebedingungen finden Sie jeweils aktuell auf der Website von Westenergie.
Jeder kann im Alltag oder in der Freizeit zu einer nachhaltigen Entwicklung unseres gemeinschaftlichen Lebensraums beitragen. Ob im Natur- und Umweltschutz, im ländlichen Raum, im Tier- und Verbraucherschutz oder im Klimaschutz – es gibt viele Möglichkeiten, um einen persönlichen Beitrag zu leisten oder sich zu engagieren.
Mehr Informationen dazu hier:
