Grüne Stadt

Grünflächen sind ein zentraler Baustein einer lebenswerten und zukunftsfähigen Stadt. Sie steigern die Aufenthaltsqualität und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und des zunehmenden Verlusts an Biodiversität kommt dem städtischen Grün eine zentrale Bedeutung zu.

Ob Parks, Grünzüge, Bäume, Gärten oder naturnahe Flächen – sie bieten Raum für Erholung, fördern das Stadtklima, reinigen die Luft und schaffen wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig sorgen Sie für Abkühlung zwischen stark versiegelten Flächen und Wohnbebauung und erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber Hitze und Starkregen.

Gemeinsam möchten wir Rheinbach als Grüne Stadt weiterentwickeln, das vorhandene Stadtgrün erhalten und nachhaltig stärken. Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu aktuellen Maßnahmen, Projekten und Initiativen rund um das Thema Stadtgrün in Rheinbach.

Kontakt:

Sachgebiet Mobilität, Klima- und Umweltschutz:

klima@stadt-rheinbach.de

  

Auf ihren städtischen Grünflächen setzt sich die Stadt Rheinbach für eine naturnahe, vielseitige und klimaangepasste Gestaltung und Grünflächenbepflanzung ein.

Vor diesem Hintergrund wurden 2021 beispielsweise auch die Schottergärten vor dem Rathaus umgestaltet, um auf die Vorteile ökologischer und klimafreundlicher Grünflächen hinzuweisen und zu naturnaher und klimaangepasster Gestaltung von Gärten zu informieren.

Auch für Privatgärten lässt sich das umsetzen. Die ersten Schritte für die Umwandlung eines Schottergartens in einen naturnahen Vorgarten finden Sie in unserem Infoblatt "Vom Schottergarten zum naturnahen Garten”.  Im Rahmen einer aktuellen Aktion unterstützt die Stadtverwaltung Sie bei Ihrem Vorhaben mit verschiedenen Gutscheinen.

Infoblatt “Vom Schottergarten zum naturnahen Garten”

 

Beet vor Rathaus
Beet vor Bürgermeiser-Büro

Bäume leisten einen zentralen Beitrag zur Lebensqualität im städtischen Raum. Mit ihrem Kühlungseffekt nehmen sie einen wesentlichen Einfluss auf das Mikroklima, tragen zur Luftreinigung bei und bieten schützenden Lebensraum für verschiedenste Tierarten. Gleichzeitig müssen Stadtbäume einiges abkönnen. Den zunehmend versiegelten Böden, trockenen Hitzesommern, Stürmen und Starkregen sowie möglichen Schädlingen und Krankheiten sind viele Stadtbäume mittlerweile nicht mehr gewachsen. Gleichzeitig kommt Grünflächen gerade hier eine immer größere Bedeutung zu.

Vor diesem Hintergrund spielt die Wahl der Baumsorten bei Neupflanzungen eine wichtige Rolle, damit diese auch zukünftig gegen die sich ändernden Bedingungen gewappnet sind. Sogenannte „Klimabäume“, oder auch klimaresiliente Bäume, sind aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften besonders gut an die Herausforderungen im urbanen Raum angepasst – ob auf städtischen Flächen oder im privaten Garten.

Die Frage nach den optimalen Klimabaum-Arten wird bereits seit einigen Jahren umfassend untersucht. Dabei werden sowohl heimische als auch nicht-heimische Arten in den Blick genommen, da viele der „klassischen“ regionalen Arten den veränderten Bedingungen bereits jetzt nicht mehr standhalten können. Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz e.V. (GALK) hat hierzu eine Übersicht klimaresilienter Bäume zusammengestellt, welche sich an vom Klimawandel beeinflussten Standortbedingungen in der Stadt geeignet erweisen konnten und Ihnen als Entscheidungshilfe bei der Auswahl dienen kann.

Übersicht klimaresilienter, heimischer Bäume

 

 

Seit 2019 ist die Stadt Rheinbach aktives Mitglied beim Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt" einem Zusammenschluss von Städten, Gemeinden und Landkreisen, der sich für artenreiche Naturräume im Siedlungsbereich und im ländlichen Raum einsetzt. 

Die Stadt Rheinbach setzt sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Kommune ein und unterstützt daher u.a. die Biologische Station Rhein-Sieg beim Schutz des Wiesenknopf-Ameisenbläulings . Hierbei wird im Austausch mit lokalen Landwirt*innen auf die Mahdschnitte und -zeiten der Feldraine zur Sicherung des Schmetterling-Habitats aufmerksam gemacht. Dieses Projekt wird zudem auch im Rahmen des Kooperationsprojekts „Vernetztes Rainland“ geführt.

Kommunen für biologische Vielfalt

Im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) setzt sich die Stadt Rheinbach für die Umsetzung des Kooperationsprojektes “Vernetztes Rainland” ein. Das Projekt wird seit 2021 vom ETN (Einsatz für Tiere in Not) in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis e.V. durchgeführt. 

Ziel des Projekts ist es, im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis entlang kommunaler Wege ein Netzwerk blühender Lebensräume in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft zu erschaffen. Wichtig ist hierbei die enge Kooperation mit Landwirt*innen vor Ort. 

Vernetztes Rainland

Jeder kann dazu beitragen, das städtische Grün und die Artenvielflat zu erhalten und das Stadtbild zu verschönern. Hierfür werden verschiedene Möglichkeiten für Bürgerinnen und Bürgern geboten, um sich aktiv einzubringen. 

Mehr Informationen zu den Initiativen

Gießpatenschaten und Grünpatenschaften

Spurensuche Gartenschläfer

LEADER

 

Baumlehrpfad im Freizeitpark

Der Baumlehrpfad im Freizeitpark informiert über 45 verschiedene Baumarten.

Mehr Informationen zum Baumlehrpfad

 

Stadtwald

Das Stadtgebiet von Rheinbach ist ca. 6.971 ha groß. Davon sind ca. 1.850 ha Wald, also rund 26,5%.
Die Besitzverteilung gestaltet sich folgendermaßen:

Staatswald: ca. 410 ha

Privatwald: über 600 ha

Rheinbacher Stadtwald (Kommunalwald): 830 ha

Der Rheinbacher Stadtwald ist überwiegend durch Laubholz geprägt. Der Anteil beträgt ca. 75 %. Nachfolgend ist die Baumartenverteilung aufgeführt:

  • Eiche: 45 %
  • Buche: 20 %
  • Esche/Ahorn/Kirsche: 5 %
  • Birke, Weide, Roteiche, Pappel: 5 %
  • Fichte: 6 %
  • Douglasie/Küstentanne: 10 %
  • Lärche: 2 %
  • Kiefer: 7 %

Im Durchschnitt beläuft sich die eingeschlagene Holzmenge auf etwas mehr als 4.000 Kubikmeter. Durch eine alle 10 Jahre regelmäßig stattfindende Inventur (Forsteinrichtung) ist darüber hinaus auch der jährliche Zuwachs genau bekannt. Aktuell wachsen pro Jahr ca. 7.300 Kubikmeter Holz über alle Baumarten zu. Daraus wurde ein nachhaltiger jährlicher Hiebssatz von 5.800 Kubikmeter abgeleitet. Dies gewährleistet, dass nicht mehr genutzt wird, als nachhaltig nachwächst.

Parallel zu einer regelmäßigen maßvollen Nutzung der Ressource Holz ist das langfristige Ziel die Erhaltung und Sicherung eines ökologisch stabilen Waldes mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Ein wesentliches Anliegen ist zudem die Gestaltung eines Erholungsraumes für die „stille“ Erholung der Menschen.

Es wird versucht, diese drei Punkte, die im Bundeswaldgesetz unter § 1 Abs. 1 als Nutz- Schutz- und Erholfunktion beschrieben sind, im Rheinbacher Stadtwald quasi gleichstark gewichtet nebeneinander zu erfüllen.

Neben der regelmäßigen Nutzung der Ressource Holz wird durch den städtischen Forstbetrieb ein sehr umfangreiches Netz aus größeren Hauptwegen, sowie aus kleineren Wanderwegen sowie Reitwegen unterhalten. Dazu gehört auch die Unterhaltung von über 60 Brücken und Stegen sowie einer ebenso großen Anzahl an Ruhebänken.

Etwa 40 % des Stadtwaldes sind zudem als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier ist ein freies Betreten sowie das Sammeln von Waldprodukten untersagt. Aber auch die nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Waldbereiche sind gleichermaßen ökologisch wertvoll. Sie werden nahezu identisch bewirtschaftet.

Als Wildtiere kommen hauptsächlich Schwarz- und Rehwild vor. Diese in teils hohen Populationsdichten. Außerdem gibt es Dam- und zunehmend auch Rotwild. Weiterhin wird das Wildspektrum durch Fuchs, Dachs, Hase, Stein- und Baummarder bereichert. Als Besonderheit kommt auch die Wildkatze vor. Sie ist recht häufig vertreten, allerdings sehr heimlich und nur selten zu sehen.

Die große Anzahl an alten bis sehr alten Eichen und Buchen bieten zudem einer Vielzahl an weiteren Tieren einen Lebensraum. Hierbei handelt es sich um verschiedenste Fledermausarten und alle in der Region heimischen Arten von Spechten und Eulen. Darüber hinaus bietet eine Vielzahl von kleinen Teichen, die in der Vergangenheit ebenfalls vom Forstbetrieb angelegt wurden, diversen Amphibien einen Lebensraum. Beispielhaft sein hier der Grasfrosch, die Erdkröte, der Feuersalamander sowie alle heimischen Molcharten genannt.

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