Initiativen in der Landwirtschaft stärken Klimaanpassung und Starkregenschutz

Klimaanpassung beginnt vor Ort: Kommunen, Unternehmen, Landwirtschaft, Vereine und Privatpersonen können dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels abzumildern. Mit dem kommunalen Klimaanpassungskonzept sowie dem Hochwasser- und Starkregenschutzkonzept hat die Stadt wichtige übergeordnete Maßnahmen auf den Weg gebracht. Zugleich unterstützt sie das Engagement verschiedener Akteure und privater Initiativen – auch in der Landwirtschaft. 

So wurde vor Kurzem im Rahmen der städtischen Förderrichtlinie für die Pflanzung von Miscanthus x giganteus ein Förderbescheid an den Landwirt Thomas Beyel übergeben. Die Bepflanzung der Ackerfläche, die in einem Fließweg Richtung Niederdrees und Oberdrees liegt, erfolgt im Frühjahr 2027 und soll zur Überflutungsvorsorge beitragen. 

„Mit der Förderung verfolgt die Stadt Rheinbach das Ziel, Landwirtschaft und Klimafolgenanpassung enger miteinander zu verbinden.“, so Rheinbachs Klimafolgenanpassungsmanager Tilman Ringer.  Miscanthus x giganteus kann auf geeigneten Flächen einen wichtigen Beitrag zur Überflutungs- und Erosionsvorsorge leisten und zugleich eine wirtschaftlich interessante Nutzung ermöglichen. „Ein weiterer Klimaanpassungseffekt entsteht dadurch, dass die Kultur über viele Jahre auf der Fläche wächst und ein dichtes Wurzelsystem sowie eine humosreiche Mulchschicht durch abfallende Blätter entwickelt. So wird der Bodenwasserhaushalt auf der Fläche langfristig verbessert und die Resilienz gegenüber Dürreperioden erhöht.“, erläutert Ringer.

Die Stadt Rheinbach hatte im Frühjahr 2026 ein städtisches Förderprogramm mit einem gesamten Fördervolumen von 25.000 Euro gestartet. Aktuell stehen noch Fördermittel in Höhe von bis zu 5.500 € für die Bepflanzung von etwa einem Hektar zur Verfügung. Diese können noch in diesem Jahr beantragt werden. 

Ein weiteres Beispiel ist der Agroforst, den die Betreiber des Hofs Grünsnück in Queckenberg derzeit anlegen. Auf einer rund drei Hektar großen Hangweide wurden bereits 220 Bäume gepflanzt. Im November sollen bei einer Mitmachaktion die knapp 150 noch fehlenden Bäume und Sträucher in die Erde kommen. Für die Finanzierung der Bäume haben die Initiatoren eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Mit dieser bitten sie die Gemeinschaft um Unterstützung. Auch bei der Pflanzaktion im November können Interessierte selbst mit anpacken.

Hier geht es zur Crowdfunding-Kampagne: https://www.startnext.com/next-generation-agroforst

Die Stadt Rheinbach begrüßt dieses Engagement. „Das Projekt zeigt, wie Klimaanpassung und Klimaschutz gemeinsam mit der Landwirtschaft umgesetzt werden können. Auf diese Weise können klimawirksame Maßnahmen auch auf nicht kommunalen Flächen angestoßen werden und eine Multiplikatorwirkung erzielen.“, so Tilman Ringer.

Der Agroforst von Hof Grünsnück verbindet Gehölze mit landwirtschaftlich genutzter Fläche und kann diese widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels machen. Muldenbänder in Hanglange sollen Regenwasser aufnehmen und den Oberflächenabfluss bremsen. Das kann Erosion verringern und dazu beitragen, die Auswirkungen von Starkregen auf die Weide und möglicherweise tiefer gelegene öffentliche Flächen zu mindern. Wird Niederschlagswasser länger auf der Fläche gehalten, kann es zudem die Vegetation in Trockenperioden unterstützen. Baum- und Strauchreihen bieten Windschutz, verringern so die Austrocknung der Weide und können den Tieren bei Hitze Schatten spenden. Zugleich schaffen die unterschiedlichen Pflanzenstrukturen zusätzliche Lebensräume und stärken die ökologische Vielfalt.