Ausschuss für Umwelt und Mobilität empfiehlt dem Rat die Beschlussfassung. Rund 120 Millionen Euro Investitionsvolumen für die schrittweise Umsetzung
Die Stadt Rheinbach stellt die Weichen für einen langfristig angelegten Hochwasser- und Starkregenschutz im gesamten Stadtgebiet. Am 8. September wurden dem Ausschuss für Umwelt und Mobilität die erarbeiteten Konzepte zum Hochwasser- und Starkregenschutz vorgestellt. Der Ausschuss empfiehlt dem Rat, diese zu beschließen.
Für einen umfassenden Schutz vor den Folgen von Überflutungen wurden für Rheinbach zwei Konzepte erarbeitet: eines für den Hochwasserschutz und eines für den Starkregenschutz. Während Überflutungen bei Hochwasser vor allem durch über die Ufer tretende Gewässer entstehen, können bei Starkregen lokal begrenzt große Wassermengen innerhalb kurzer Zeit oberirdisch abfließen und dabei zu Überflutungen führen. Beide Konzepte ergänzen sich und bilden gemeinsam einen umfassenden Schutzansatz für das Stadtgebiet.
Das Hochwasserschutzkonzept wurde durch das Ingenieurbüro Björnsen Beratende Ingenieure GmbH, auf Grundlage der in der Hochwasserschutzkooperation Erft festgelegten Vorgehensweise erarbeitet. Parallel entwickelte die Kommunal Agentur NRW das Starkregenschutzkonzept. Beide Prozesse umfassten eine mehrstufige Beteiligung der Öffentlichkeit mit Bürgerworkshops und Gewässerbegehungen. Hinweise und Maßnahmenvorschläge aus der Bürgerschaft flossen in die Planung ein.
Auf Grundlage der Erkenntnisse aus der Bürgerbeteiligung, vorhandener Daten und ergänzender Untersuchungen wurden konkrete Maßnahmen entwickelt. Diese wurden unter anderem hinsichtlich ihrer Schutzwirkung, technischen Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Flächenverfügbarkeit und Umsetzbarkeit bewertet und priorisiert. Die Maßnahmen beider Konzepte greifen dabei ineinander und berücksichtigen unterschiedliche Ursachen und Wege, auf denen Wasser im Stadtgebiet zu Überflutungen führen kann.
Die Umsetzung der Konzepte ist eine langfristige Aufgabe. Das derzeit geschätzte Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 120 Millionen Euro. Für die Hochwasserschutzmaßnahmen wird eine Förderung von bis zu 80 Prozent erwartet. Auch für die Erstellung der Konzepte wurden schon Fördermittel des Landes bereitgestellt. Die schrittweise Umsetzung soll entsprechend der Priorität der Maßnahmen erfolgen.
Technische Maßnahmen allein können keinen vollständigen Schutz gewährleisten. Auch die individuelle Vorbereitung, das eigene Sicherheitsbewusstsein und umsichtiges Verhalten der Bürgerinnen und Bürger tragen dazu bei, Menschenleben zu schützen und Schäden zu vermeiden. Hochwasser- und Starkregenvorsorge ist eine gemeinsame Aufgabe von Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung.
Als nächstes wird sich der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am 5. Oktober mit der Thematik befassen. Trotz der angespannten finanziellen Rahmenbedingungen besteht in Bürgerschaft, Politik und Verwaltung große Einigkeit darüber, dass der Schutz vor Hochwasser und Starkregen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist.
Die abschließende Beschlussfassung soll der Rat der Stadt Rheinbach in seiner Sitzung am 12. Oktober treffen.