Weltbienentag am 20. Mai 2026: Gemeinsam für den Erhalt der Bestäuber im Kreis
Am 20. Mai wird weltweit der Weltbienentag begangen. Dieser von den Vereinten Nationen initiierte Tag soll das Bewusstsein für die immense Bedeutung von Bienen und anderen Bestäubern schärfen und auf die Gefahren aufmerksam machen, denen diese Tiere heute ausgesetzt sind.
Bienen sind weit mehr als nur Honigproduzenten; sie sind ein zentraler Pfeiler unserer globalen Ernährungssicherheit. Ein Großteil der Nutzpflanzen ist auf die Bestäubungsleistung von Insekten wie Honig- und Wildbienen angewiesen. Besonders die Wildbienen spielen hierbei eine entscheidende Rolle, da viele von ihnen hochspezialisierte Bestäuber sind. Doch der Verlust an natürlichen Lebensräumen und der Einsatz von Pestiziden setzen vielen Arten zunehmend zu. Zudem ist in den letzten Jahren mit der Asiatischen Hornisse Vespa velutina eine weitere Bedrohung der heimischen Insektenwelt hinzugekommen, die auch die Bienen im Rhein-Sieg-Kreis betrifft.
„Der Weltbienentag ist ein wichtiger Impuls, um über den Schutz der biologischen Vielfalt nachzudenken. Dabei ist entscheidend, dass wir nicht nur über die Probleme sprechen, sondern konkrete Maßnahmen in unseren eigenen Lebensraum integrieren“, betont Matthias Overmann, Artenschutz-Experte im Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises. „Jeder Garten und jeder Balkon kann zu einem wertvollen Trittsteinbiotop für Bienen werden.“
Um den Wild- und Kulturbienen effektiv zu helfen, empfiehlt das Amt für Umwelt- und Naturschutz folgende Maßnahmen:
Vielfältige Nahrung anbieten
Der Schlüssel zum Erfolg ist eine Auswahl an heimischen, insektenfreundlichen Pflanzen. Besonders geschätzt werden Arten wie Glockenblume, Natternkopf und Salbei, aber auch Efeu bietet gerade im Spätsommer einen reich gedeckten Tisch für viele Insekten. Wichtig ist hierbei die zeitliche Staffelung: Damit die Bienen von den frühen Frühlingsfliegern bis zu den Spätsommer-Arten versorgt sind, sollte das Blütenangebot über das gesamte Jahr stabil bleiben. Auch auf kleinen Balkonen können mit entsprechend gewählten Kübelpflanzen wertvolle Nahrungsquellen geschaffen werden.
Nistmöglichkeiten schaffen
Da etwa 90 Prozent der Wildbienenarten Solitärbienen sind und einzeln nisten, benötigen sie geschützte Brutplätze. Dies können klassische Nisthilfen aus Naturholz sein oder natürlichen Ursprungs wie Totholzhaufen und hohle Pflanzenstängel (zum Beispiel von Holunder). Ebenso wichtig sind unbewachsene, sandige oder lehmige Bodenstellen im Garten, da viele Arten ihre Nester direkt in der Erde anlegen.
Naturnahe Gestaltung und Verzicht auf Chemie
Ein naturnah gestalteter Garten, in dem auch mal eine Ecke „verwildern“ darf, bietet den Tieren sowohl Unterschlupf als auch Nahrung. Es gilt: Je unaufgeräumter der Garten, desto interessanter für Tiere. Hiervon profitieren übrigens nicht nur Insekten, sondern auch Igel und Vögel beispielsweise. Ein wesentlicher Punkt ist zudem die konsequente Ablehnung von Pestiziden. Diese chemischen Mittel haben oft eine tödliche Wirkung auf Insekten und zerstören deren notwendige Nahrungsgrundlage.
Durch diese einfachen, aber effektiven Maßnahmen kann ein wertvolles Netzwerk an Lebensräumen entstehen, das den nützlichen Brummern langfristig eine Perspektive bietet.

