Menschen, die Rheinbach bewegen - März 2026: Peter Bürvenich

Im März porträtieren wir Peter Bürvenich. Der Flerzheimer engagiert sich seit vielen Jahren im Jugendfußball in Rheinbach. Bereits in den 1990er Jahren begann er beim VfL Rheinbach als Jugendtrainer. Seit 2011 trainiert er Kinder und Jugendliche beim FC Flerzheim. Außerdem moderiert er am Veilchendienstag auf der VR-Bank-Bühne den Rheinbacher Karnevalszug.

Lesen Sie hier Auszüge aus der Folge Nr. 5 im Podcast der Stadt Rheinbach “Rhein gehört”.

 

Herr Bürvenich, Sie engagieren sich seit vielen Jahren im Jugendfußball. Wie hat alles begonnen?

Ich habe im Jugendalter angefangen, also mit sechzehn, siebzehn Jahren. Meine Mutter musste mich damals noch zum Training fahren. Der Einstieg kam über Horst Schroden, der zu der Zeit Jugendleiter beim VfL Rheinbach war und einen Trainer für eine jüngere Mannschaft gesucht hat.

Waren Sie durch Ihr Elternhaus geprägt?

Mein Vater war im Ehrenamt aktiv, allerdings nicht im Fußball, sondern im Männergesangsverein. Die grundsätzliche Bereitschaft, sich einzubringen, habe ich sicherlich von zu Hause mitgenommen. Das Fußballthema hat sich dann mit dem Wechsel nach Rheinbach in unserer Familie stärker entwickelt.

Was bedeutet Ihnen das Ehrenamt heute?

Mit etwas Abstand wird einem noch bewusster, wie groß die Verantwortung eigentlich ist. Gerade im Jugendalter ist man als Trainer nicht nur für Training und Spiel zuständig. Man begleitet junge Menschen in einer prägenden Phase, in der sich Werte, Verhalten und Verlässlichkeit entwickeln. Teamgeist, Respekt, Umgang miteinander, aber auch die Erfahrung, Teil einer Gemeinschaft zu sein – all das nimmt man aus dem Sport mit. Oft merkt man erst Jahre später, welche Bedeutung diese Zeit für die Jugendlichen hatte, wenn Rückmeldungen kommen wie: Das war damals wichtig für mich, das hat mir Halt gegeben.

Welche Rolle spielen Verantwortung, Vorbildfunktion und Gemeinschaft dabei?

Eine sehr große Rolle. Junge Menschen orientieren sich nicht nur an dem, was man sagt, sondern vor allem an dem, was man vorlebt. Wenn man respektvoll und verbindlich auftritt, überträgt sich das auch auf die Mannschaft. Und Gemeinschaft ist im Fußball etwas ganz Zentrales: Man erlebt zusammen Erfolge und Enttäuschungen, man wächst zusammen, und genau daraus entstehen oft Erinnerungen, die weit über den Sport hinaus bleiben.

Hat sich der Jugendfußball über die Jahre verändert?

Ja, auf jeden Fall. Junge Leute müssen heute viel mehr unter einen Hut bekommen. Schule, Ganztag, Führerschein, Freizeit, Freundeskreis, manchmal Nebenjob oder andere Verpflichtungen – das alles konkurriert natürlich mit dem Ehrenamt und auch mit dem Vereinssport. Für Vereine ist es dadurch schwieriger geworden, langfristig Engagement und Verbindlichkeit zu erhalten.

Was bedeutet das für die Arbeit als Trainer?

Dass man heute an vielen Stellen mehr Verständnis und mehr Flexibilität braucht. Schule hat Priorität, manchmal auch der Führerschein oder andere wichtige Themen. Wenn man versucht, mit zu viel Druck zu arbeiten, ist das eher kontraproduktiv. Dann verliert man junge Leute eher, als dass man sie bindet. Man muss akzeptieren, dass sich nicht mehr alles um den Fußball dreht, und trotzdem versuchen, ein Umfeld zu schaffen, in dem die Jugendlichen gerne bleiben.

Was wünschen Sie sich für den Fußball in Rheinbach?

Ich würde mir wünschen, dass wieder mehr höherklassiger Jugendfußball möglich wird. Das war früher in Rheinbach stärker verankert. In den 1990er Jahren und darüber hinaus gab es in den höheren Jugendklassen eine andere Präsenz, und das war auch ein Aushängeschild für den Standort. Schön wäre es, wenn sich solche Perspektiven langfristig wieder entwickeln könnten.

Was hat sich aus Ihrer Sicht darüber hinaus verändert?

Was ich heute ein wenig vermisse, sind Treffpunkte für Jugendliche in Rheinbach. Früher gab es nach dem Training noch eher Möglichkeiten, zusammenzukommen und Zeit miteinander zu verbringen. Das gibt es heute kaum noch. Dabei sind solche Orte wichtig, weil Gemeinschaft nicht nur auf dem Sportplatz entsteht, sondern auch davor und danach.

Was wünschen Sie sich insgesamt für die Zukunft des Ehrenamts im Sport?

Dass junge Menschen weiterhin erleben, wie viel Gemeinschaft, Verantwortung und positive Entwicklung darin steckt. Ehrenamt kostet Zeit, aber es gibt auch unglaublich viel zurück. Wenn es gelingt, dafür gute Rahmenbedingungen zu schaffen, dann bleibt der Verein auch in Zukunft ein wichtiger Ort für Zusammenhalt und persönliche Entwicklung.

 

Hören Sie die ganze Folge im Podcast