Baumaßnahme umfasst Wiederaufbau, energetische Modernisierung, Hochwasservorsorge und klimafreundliche Mobilität
Rund zwei Millionen Euro der Kosten durch Wiederaufbauhilfe des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert
Das Dienstgebäude des Betriebshofs in der Aachener Straße wurde durch die Unwetterkatastrophe im Juli 2021 so stark beschädigt, dass das Erdgeschoss mit Umkleiden, Sanitär- und Aufenthaltsbereichen nicht mehr nutzbar war. Im Zuge weiterer Untersuchungen wurde ersichtlich, dass die komplette Gebäudehülle umfassend erneuert werden muss.
Direkt nach dem Hochwasserereignis wurden zunächst Sofortmaßnahmen zur Schadensbegrenzung umgesetzt und Containeranlagen als Übergangslösung errichtet. Dort wurden sowohl Umkleide- und Sozialräume als auch Büroräume untergebracht. Bereits vor dem Hochwasserereignis hatte sich in den Jahren 2020/2021 die beengte Raumsituation für die Mitarbeitenden des Betriebshofs gezeigt. Aufgrund dessen gab es schon erste Pläne für einen Umbau bzw. eine Erweiterungslösung. Durch die starke Beschädigung an der Substanz des Gebäudes waren daraus folgend Bauarbeiten in einem größeren Umfang sowie eine Umorganisation der Raumkapazitäten erforderlich.
Im Fokus der Baumaßnahme lagen die Sanierung und die Modernisierung des Bestandsgebäudes. Neben dem Wiederaufbau wurden dabei auch Themen wie Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Hochwasserschutz berücksichtigt. Die Abbrucharbeiten begannen im November 2024.
Für die Fassadensanierung fiel die Wahl auf eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade aus Lärchenholz. Diese Holzart ist besonders witterungsbeständig, langlebig und pflegearm. Als nachwachsender Rohstoff unterstützt es die Nachhaltigkeitsziele des Projekts und trägt zu einem modernen Erscheinungsbild bei. Ebenso wurden die Fensteranlagen und die Dachflächen vollständig erneuert. Die Umkleide-, Sanitär- und Sozialbereiche wurden neuorganisiert und modernisiert. Dazu zählt auch das Errichten moderner Umkleiden mit Schwarz-Weiß-Trennung, was den heutigen Arbeitsschutzanforderungen entspricht.
Durch die dauerhafte Verlagerung der Betriebshofverwaltung und des Tiefbaus in eine separate Containeranlage im Jahr 2024 konnten zusätzliche Flächen im Bestandsgebäude gewonnen werden, die für die Erweiterung und Neuorganisation
der Sozialräume sowie Materiallagerung genutzt wurden. Für die Mitarbeitenden wurde so ein neuer, großzügiger Pausen- und Aufenthaltsbereich geschaffen. Die technische Gebäudeausrüstung inklusive Lüftungs- und Wärmepumpentechnik wurde ebenfalls modernisiert. Zur nachhaltigen Energieversorgung wurde auf den ebenfalls sanierten Dachflächen der angrenzenden Werkstatt- und KFZ-Halle eine Photovoltaikanlage installiert, die den Eigenbedarf dieses Gebäudeteils deckt und darüber hinaus erzeugten Strom ins Netz einspeist. Zusätzlich wurden zwei neue E-Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten errichtet.
Restarbeiten im Gebäudeinneren, an der südlichen Fassade, an den Außenanlagen sowie den Parkflächen werden in den nächsten Wochen durchgeführt.
Für die Generalplanung zeigt das Büro Beyss Architekten aus Bonn verantwortlich. Mit der Planung für die Erneuerung der Elektrotechnik war das Ingenieurbüro Küpper beauftragt. Die Planung für die Modernisierung der technischen Gebäudeausrüstung lag in den Händen des Planungsbüros TGA Plan Münch. Beide Büros sind in Bad Neuenahr-Ahrweiler tätig.
Vorsorgemaßnahmen für Hochwasserschutz
Um das sanierte Gebäude vor künftigen Hochwasserereignissen zu schützen, wurden auch Maßnahmen zum Hochwasserschutz getroffen. Türen und Tore sind mit Hochwasserbarrieren, sogenannten Steckschotts, gesichert. Für eine sichere Entfluchtung im Hochwasserfall wurden Fluchtwege höher gelegt. Die Holzfassade schließt an einen robusten Sockelbereich an. Die zentrale Haustechnik wurde in hochwassersicheren Bereichen angeordnet, z.B. auf Dachflächen oder erhöhten Konstruktionen.
„Mit der Sanierung des Betriebshofsgebäudes wurden Wiederaufbau, energetische Modernisierung, Hochwasservorsorge und die Voraussetzungen für eine klimafreundliche Mobilität miteinander verbunden. Ich freue mich sehr, dass aus einem durch die Flut stark geschädigten Gebäude ein moderner und zukunftsfähiger Betriebshof entstanden ist, mit deutlich verbesserten Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden“, so Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel.
Die Gesamtkosten für die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten liegen bei rund 5,56 Millionen Euro. Davon entfallen rund 1,65 Millionen auf die Beseitigung der unmittelbaren Flutschäden und rund 3,91 Millionen Euro auf die Sanierung und Modernisierung des Gebäudes. Für die Baumaßnahme wurde eine Förderung aus dem Wiederaufbaufonds des Bundes und des Landes NRW in Höhe von 2.044.000 Euro bewilligt.
Wiedereinweihung mit Tag der offenen Tür am 26. Juni
Die Fertigstellung des Dienstgebäudes wird mit einem Tag der offenen Tür auf dem Gelände des Betriebshofs am 26. Juni von 14 bis 15:30 Uhr gefeiert. Besucherinnen und Besucher können einen Blick hinter die Kulissen werfen und die vielfältigen Aufgaben sowie die Menschen kennenlernen, die täglich für ein sauberes, sicheres und funktionierendes Rheinbach im Einsatz sind. Mitarbeitende des Betriebshofs, des Tiefbaus, des Wasserwerks und des Ordnungsamtes sind vor Ort und geben Auskünfte über die verschiedenen Aufgabenbereiche der Stadtverwaltung. Die Freiwillige Feuerwehr Rheinbach, e-regio und das Planungsbüro Beyss Architekten ergänzen mit Informationsständen das Programm. Für Kinder sind ebenfalls Aktionen und Mitmachstationen geplant. Mit einer Grillstation, kühlen Getränken und einem Waffelstand, gesponsert durch Westenergie, ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Die Einnahmen für die Speisen an der Grillstation und für die Getränke werden an das Rheinbacher Kinderheim Dr. Dawo gespendet.