Klimaschutz und -anpassung
Klimaschutz und Klimaanpassung sind mehr als abstrakte Ziele – sie entscheiden ganz konkret über die Lebensqualität in unserer Stadt. Dabei geht es beispielsweise um Schatten und Abkühlung an heißen Tagen, um gesunde Grünflächen trotz Trockenheit, um sichere Infrastrukturen bei Starkregen und auch um eine Energieversorgung, die klimafreundlich und langfristig bezahlbar ist.
Damit die Stadt Rheinbach auch in Zukunft sicher und lebenswert bleibt, stellen wir uns dieser Aufgabe mit einem klaren Ansatz: wir reduzieren Treibhausgasemissionen durch die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen und stärken gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit unserer Stadt durch Klimaanpassung z.B. bei der Hitze- und Starkregenvorsorge. Im Folgenden finden Sie gebündelt zentrale Informationen zu Hintergründen, laufenden Projekten und Planungsprozessen sowie relevanten Beschlüssen.
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Sachgebiet Mobilität, Klima- und Umweltschutz:
Die Stadt Rheinbach engagiert sich bereits seit vielen Jahren aktiv für den Klimaschutz. Eine wichtige Grundlage wurde im Jahr 2010 mit dem Handlungskonzept Klimaschutz geschaffen: als integriertes Klimaschutzkonzept untersuchte es umfassend den Handlungsrahmen zur Minderung von Treibhausgasemissionen im Stadtgebiet. Es enthielt eine Vielzahl konkreter Maßnahmen und setzte das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 20% zu reduzieren.
Ein weiterer Baustein für den Klimaschutz in Rheinbach ist das Klimaschutz-Teilkonzept „Erneuerbare Energien in Rheinbach“ aus dem Jahr 2013. Im Rahmen dieses Teilkonzepts wurden die lokalen Potenziale zur Erzeugung erneuerbarer Energien systematisch ermittelt und bewertet. Im Mittelpunkt standen dabei Wind- und Solarenergie, geprüft wurden jedoch auch weitere Optionen wie nachwachsende Rohstoffe, Biogas, Geothermie und Wasserkraft.
Im Februar 2023 hat sich die Stadt Rheinbach dann schließlich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Im Einklang mit den Klimazielen von Bund und Land beschloss der Rat die Klimaneutralität der Stadt Rheinbach bis 2045. Als Grundlage für diese Zielsetzung wurde von Ende November 2023 bis Anfang 2025 gemeinsam mit dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) ein umfassendes kommunales Klimaneutralitätskonzept inklusive Maßnahmenkatalog erarbeitet – unter aktiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger durch verschiedene Veranstaltungen sowie eine Onlinebeteiligung.
Parallel dazu wurde in enger Abstimmung mit den fünf linksrheinischen Nachbarkommunen ebenfalls mit IfaS ein interkommunales Klimaneutralitätskonzept für die Klimaregion Rhein-Voreifel entwickelt. Ausgangsbasis beider Konzepte bildet eine aktuelle Energie- und CO₂-Bilanzierung, die im November 2023 abgeschlossen werden konnte. Die Konzepte wurden im Juli 2025 vom Rat beschlossen und befinden sich nun in der Umsetzung.
Mehr erfahren:
Interkommunales Klimaneutralitätskonzept - Bericht
Interkommunales Klimaneutralitätskonzept - Maßnahmenkatalog
Kommunales Klimaneutralitätskonzept - Bericht
Kommunales Klimaneutralitätskonzept - Maßnahmenkatalog
Und was passiert nun konkret nach der Erstellung des Klimaneutralitätskonzept? Wir möchten Sie auf dem Laufenden halten und in diesem Bereich in Kürze aktuelle Praxisbeispiele vorstellen – in unterschiedlichen Stadien von der ersten Umsetzung bis hin zu laufenden Projekten. So sollen Einblicke gegeben und Entwicklungen nachvollziehbar gemacht werden.
Städte und Gemeinden sind in besonderem Maße von den Folgen des Klimawandels betroffen. Extremwetterereignisse wie Starkregen und Stürme, Hochwasserereignisse und Überflutungen, aber auch anhaltende Hitzewellen und Trockenheit stellen eine Gefahr für Mensch und Gesundheit sowie die kommunale Infrastruktur dar. Vor diesem Hintergrund sind eine angepasste zukunftsfähige Stadtentwicklung sowie die frühzeitige Vorbereitung und nachhaltige Vorsorge innerhalb der Kommunen entscheidend.
In 2019 haben die sechs Kommunen der Klimaregion Rhein-Voreifel den gemeinsamen Beschluss gefasst ein interkommunales Klimaschutzteilkonzept zur Anpassung an den Klimawandel zu erarbeiten und hierfür eine Förderung des Vorhabens beim Bundesumweltministerium (Kommunalrichtlinie) zu beantragen, welcher positiv beschieden wurde. Schwerpunkt der umfassenden Untersuchungen im Rahmen des Konzepts ist die Darstellung der durch den Klimawandel besonders betroffenen Gebiete in der Region Rhein-Voreifel sowie die Entwicklung eines damit verknüpften Maßnahmenkatalogs.
Die Erstellung des Konzepts zur Klimafolgenanpassung umfasste dabei die folgenden Arbeitsschritte:
- Bestandsaufnahme der kommunalen Systeme und ihrer Beeinflussung durch das Klima
- Identifikation konkreter Betroffenheiten
- Erarbeitung einer (inter-)kommunalen Gesamtstrategie
- Aufstellung eines Maßnahmenkatalogs
- Ausarbeitung einer Verstetigungsstrategie, eines Controlling-Konzepts sowie einer Kommunikationsstrategie
Über verschiedene Beteiligungsinstrumente wurden die Bürgerinnen und Bürger der Rhein-Voreifel Region, die Politik und die Fachöffentlichkeit in die Erarbeitung des Konzepts einbezogen. Dies erfolgte aufgrund der Pandemie überwiegend durch unterschiedliche Formate der Online-Beteiligung. Ein Beispiel hierfür ist die Klimamap, eine interaktive Karte, in die Anregungen, Hinweise und Vorschläge zu Klimaanpassungsmaßnahmen hinterlassen werden konnten, die anschließend in das Konzept eingeflossen sind.
2022 konnte das Klimafolgenanpassungskonzept fertiggestellt werden. Alle Infos zum genauen Projektverlauf sowie den detaillierten Ergebnissen finden Sie hier: www.klima-rv.de/projektdoku
Anfang 2024 wurde das Klimafolgenanpassungskonzept wieder in Zusammenarbeit aller Kommunen der Klimaregion überarbeitet und aktualisiert. Dabei wurden vor allem Maßnahmen zum Natürlichen Klimaschutz und naturbasierten Lösungen herausgearbeitet und ergänzt, inklusive verschiedener Leuchtturmprojekte für jede Kommune.
Interkommunales Klimaschutzteilkonzept zur Klimaanpassung in der Region Rhein-Voreifel
Beteiligte Partner:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Innovation City Management GmbH
K.PLAN - Klima.Umwelt & Planung GmbH
Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS)


Das Klimaanpassungsmanagement hat zur Aufgabe, die Umsetzung des Klimafolgenanpassungskonzepts für die Stadt Rheinbach zu koordinieren und sicherzustellen. Hierbei liegt der Schwerpunkt darauf, verschiedene für die Kommune entwickelte Leuchtturmmaßnahmen umzusetzen. Die Zielsetzung gibt dabei vor, dass mindestens 50 % der umgesetzten Maßnahmen aus sogenannten „Naturbasierten Lösungen“ bestehen müssen, welche ein Bestandteil des „Natürlichen Klimaschutzes“ sind. Unter “Naturbasierten Lösungen” werden Maßnahmen verstanden, die natürliche Prozesse und Eigenschaften von Ökosystemen nutzen, um zentrale gesellschaftliche Herausforderungen, wie z.B. den Klimawandel, zu bewältigen und dabei zugleich weiteren ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gewinn zu bringen.
Darunter fallen zum Beispiel:
- die Auswahl von klimawandelangepassten Pflanzenarten um den Verlust von Vegetation durch Hitze- bzw. Trockenstress zu vermeiden,
- eine artenreiche Begrünung von Plätzen und Straßenzügen für den Erhalt der Biodiversität und die Erhöhung der Kühlleistung durch Verdunstung sowie Schattenspende,
- der Rückbau versiegelter Flächen um in Hitzeperioden übermäßige Aufheizung zu verhindern und entweder bei Starkregen bessere Niederschlagsversickerung oder Wasserspeicherung für die Vegetation zu ermöglichen.
Die aktuellen Leuchtturmmaßnahmen der Stadt Rheinbach:
I. Schaffung von grünen Quartiersplätzen (oder auch Pocket-Parks)
II. Etablierung resilienten Stadtgrüns
III. Gestaltung einer multifunktionalen Grünfläche
IV. Netzwerkbildung zur Klimawandelanpassung
V. Öffentlichkeitsarbeit und Beratung
Auf der Grundlage des Anfang 2024 überarbeiteten und aktualisierten Klimafolgenanpassungskonzepts wurde im Rahmen des Programms „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ (Förderrichtlinie DAS) des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundesministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (BMUV) eine geförderte Personalstelle im Rahmen des Förderaufrufs „ANK-DAS-A.2: Umsetzung eines Konzepts zu nachhaltigen Klimaanpassung und für Natürlichen Klimaschutz für die Stadt Rheinbach“ beantragt und bewilligt. Die Förderung läuft von September 2024 bis Juli 2027 (Förderkennzeichen – 67DAAN0922).
Mehr Informationen zu dem Projekt:
Aufgrund des Klimawandels steigen die Temperaturen weltweit, und es gibt mehr Hitzetage und Tropennächte. In Städten kann es durch dichte Bebauung und versiegelte Flächen deutlich wärmer werden als im Umland. Hitze kann die Lebensqualität beeinträchtigen und gesundheitliche Risiken mit sich bringen.
Rheinbacher Hitzeknigge
Der Hitzeknigge des Umweltbundesamts enthält hilfreiche und praxisnahe Empfehlungen, wie Sie sich bei hohen Temperaturen am besten schützen können. Gerade an heißen Tagen ist es wichtig, ausreichend zu trinken, die Mittagshitze zu meiden und für eine angenehme Raumtemperatur zu sorgen. Der Knigge richtet sich insbesondere an ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen, die durch Hitze besonders gefährdet sind.
Neben den allgemeinen Tipps enthält der Hitzeknigge auch diverse speziell auf die Stadt Rheinbach zugeschnittene Informationen. Diese dienen als Unterstützung, um gut durch heiße Tage zu kommen – im Alltag, zu Hause und am Arbeitsplatz.
Zudem steht auch ein Poster als Download zum Ausdrucken zur Verfügung. Dieses kann z.B. im Büro oder zu Hause aufgehängt werden, um wichtige Hinweise stets im Blick zu behalten.
Klimaspaziergänge
Wie lässt sich am besten mehr über unsere Umwelt, unser Klima oder auch erneuerbare Energien lernen? Indem wir draußen unterwegs sind, bewusst hinschauen - und Wissen dort aufnehmen, wo es sichtbar ist: nämlich direkt vor Ort.
Genau dafür sind die sogenannten Klimaspaziergänge gedacht. Dieses neue Format wird 2026 erstmals umgesetzt und verbindet Bewegung an der frischen Luft mit praxisnahem Wissen querbeet durch die Themenbereiche Klima, Umwelt und Energie. Die Spaziergänge dauern ca. 1,5 Stunden und es ist eine maximale Teilnehmerzahl von 15 Personen je Spaziergang geplant. Weitere Informationen zu den jeweiligen Startpunkten und zur Anmeldung folgen Ende Februar 2026.
In geführten Spaziergängen durch und um Rheinbach werden die folgenden Inhalte nähergebracht:
Wildkräuter: Klima- & Gesundheitsbotschafter (durchgeführt vom Naturpark-Zentrum Himmeroder Hof in Rheinbach)
23.04.2026 ab 18 Uhr
07.05.2026 ab 18 Uhr
Wald & Klimafolgenanpassung (durchgeführt von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald)
09.05.2026 ab 10 Uhr
10.10.2026 ab 10 Uhr
Klimafolgenanpassung: Was macht die Stadt Rheinbach? (durchgeführt vom Klimafolgenanpassungsmanager der Stadt Rheinbach)
25.06.2026 ab 17:30 Uhr
24.09.2026 ab 17:30 Uhr
Energie & Klimafolgenanpassung - Angebote für Endverbraucher/in (durchgeführt von der Verbraucherzentrale NRW)
Erneuerbare Energien für die neue Heizung: 10.06.26 ab 17:30 Uhr
Energetische Sanierung - Klimafolgenanpassung mitdenken: 08.07.26 ab 17:30 Uhr
Erneuerbare Energien & Klimafolgenanpassung (Thema wird noch konkretisiert): 16.09.26 ab 17 Uhr
Klimaschutzpreis Westenergie
Ehrenamtliches Engagement ist eine der wichtigsten Säulen des Klima- und Umweltschutzes. Deshalb lobt das Essener Energieunternehmen Westenergie gemeinsam mit seinen Partnerkommunen alljährlich den Westenergie Klimaschutzpreis aus. Insgesamt konnten so seit 1995 bereits über 8.000 Projekte mit dem Westenergie Klimaschutzpreis ausgezeichnet werden. Auch 2026 ist die Stadt Rheinbach wieder mit dabei: Bis Mitte September sind Bürger*innen, Vereine, Institutionen und Unternehmen aufgerufen, sich mit ihren Projekten zu bewerben. Die besten Projekte werden durch eine Jury ausgewählt und honoriert.
Alle weiteren Infos zum Klimaschutzpreis und den genauen Teilnahmebedingungen finden Sie jeweils aktuell auf der Website von Westenergie.
Die Verwaltungen sowie Bürgerinnen und Bürger der Kommunen Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg engagieren sich bereits seit 2007 gemeinsam aktiv für den Klimaschutz und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Seit 2010 besteht das “Regionale Bündnis für Klimaschutz” mit dem Ziel der Intensivierung der energiepolitischen Zusammenarbeit und der Nutzung interkommunaler Synergien bei der Umsetzung des Klimaschutzes.
Gemeinsam konnte bereits viel erreicht werden. In 2012 wurde ein integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet, welches als Planungshilfe sowie Handlungsgrundlage für Projekte im interkommunalen Klimaschutz dienen soll. Zudem wurde im März 2015 der erste interkommunale Klimaschutzmanager für die Klimaregion Rhein-Voreifel durch die Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative eingestellt. Seit Ablauf der Förderperiode wird diese Position von den sechs Städten und Gemeinden gemeinsam eigenfinanziert und unbefristet fortgeführt. Seit November 2023 wird aufbauend auf der bisherigen Arbeit der Klimaregion ein interkommunales Klimaneutralitätskonzept inklusive kommunalspezifischer Klimaaktionspläne erstellt. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter “Klimaneutrales Rheinbach 2045”.
Auch im Bereich Klimaanpassung ist die Klimaregion schon aktiv: Anfang 2019 wurde der Beschluss gefasst, ein interkommunales Klimaschutzteilkonzept zur Anpassung an den Klimawandel zu erarbeiten. Das Konzept konnte in 2022 fertiggestellt werden und stellt konkrete Maßnahmen vor, die u.a. Schäden und Beeinträchtigungen durch Extremniederschläge, Überflutungen, Sturm und Hitze verhindern oder zumindest abmildern sollen. Anfang 2024 wurde das Konzept nochmals aktualisiert. Weitere Informationen dazu finden Sie unter „Interkommunales Klimafolgenanpassungskonzept“. In vier der sechs Kommunen der Klimaregion Rhein-Voreifel ist jeweils eine durch das Bundesumweltministerium geförderte Projektstelle für Klimaanpassungsmanagement beantragt und bewilligt worden. Diese soll die Umsetzung des Konzepts begleiten und fachlich koordinieren.
Die Klimaregion Rhein-Voreifel stellt sich und seine Aktivitäten auf einer gemeinsamen Website vor: www.klima-rv.de/
Kontakt interkommunales Klimaschutzmanagement:


Jeder kann im Alltag oder in der Freizeit zu einer nachhaltigen Entwicklung unseres gemeinschaftlichen Lebensraums beitragen. Ob im Natur- und Umweltschutz, im ländlichen Raum, im Tier- und Verbraucherschutz oder im Klimaschutz – es gibt viele Möglichkeiten, um einen persönlichen Beitrag zu leisten oder sich zu engagieren.
Mehr Informationen dazu hier:
