Stolpersteine in Rheinbach

Der Rat der Stadt Rheinbach stimmte in seiner Sitzung vom 12.09.2016 der Verlegung von Stolpersteinen zur Erinnerung an die im Dritten Reich ermordeten Rheinbacher Juden zu. Insgesamt konnten 36 Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens ermittelt werden, die in Rheinbach ihren letzten frei gewählten Wohnsitz hatten und während der NS-Herrschaft deportiert und ermordet wurden, Finanziert wurden die Stolpersteine durch die Übernahme von Patenschaften aus den Reihen der Bürgerschaft.

Am 21. Dezember 2016 verlegte der Künstler Gunter Demnig im Beisein des Bürgermeisters die ersten 14 Stolpersteine in Rheinbach und zwar vor dem Hauptstraße 52 für Clementine und Hermann Klaber, vor dem Haus Hauptstraße 44 für Regina, Hermann Josef, Selma und Max Geisel und schließlich Am 21. vor dem Haus Langgasse 11 für Josef, Else und Julie Oster sowie Otto, Ida, Ruth, Edith und Günther Marx.

Gunter Demnig verlegt Stolpersteine

Gunter Demnig bei der Verlegung  von Stolpersteinen 2018, Foto: Elke Klimmeck.

Eine zweite Verlegung fand am 21. November 2017 statt. Dabei setzte Gunter Demnig Stolpersteine vor dem Haus Unterdorf 54 in Wormersdorf für Johanna und Benedict Schweitzer und vor dem Haus Ipplendorfer Str. 64 in Wormersdorf für David, Jeannette, Ludwig W. und Alfred Weber. In der Kernstadt Rheinbach folgte am gleichen Tag die Verlegung von Stolpersteinen vor dem Haus Vor Dreeser Tor 19 für Helene Meyer, vor dem Haus Lindenplatz 3 für Bertha Arensberg und vor dem Haus Koblenzer Straße 7 für Selma und Josefine Rolef.

Ippendorfer Str

Mit großer Anteilnahme der Rheinbacher Bevölkerung fanden die Verlegungen statt. Hier Ipplendorfer Straße 64, 2017, Foto: Norbert Sauren.

Die letzten Stolpersteine wurden am 25. Mai 2018 in die Bürgersteige eingelassen und zwar vor dem Haus Vor dem Dreeser Tor 3 für Elisabeth David, vor dem Haus Kriegerstraße 7 für Fanny und Frida Sommer, Moritz und Karoline Salm und Hugo und Ilse Schwarz sowie vor dem Haus Polligsstraße 10 für Max, Johanna, Otto und Fritz Wolf sowie Walter Eis.

Stolperstein Elisabeth David

Stolperstein für Elisabeth David, verlegt 2018, Foto: Elke Klimmeck.

Hier finden Sie eine alphabetische Liste der Rheinbacher Jüdinnen und Juden, für die Stolpersteine verlegt wurden

Weitere Informationen zu den Opfern sind nach den Verlegeorten geordnet und ebenfalls als pdf abrufbar:

Hauptstraße 36 – 46, Geschwister Geisel

Hauptstraße 52, Ehepaar Klaber

Koblenzer Straße 7, Schwestern Rolef

Kriegerstraße 7, Familien Sommer, Salm und Schwarz

Langgasse 11, Familien Oster und Marx

Lindenplatz 3, Bertha Arensberg

Polligsstraße 10, Familie Wolf und Walter Eis

Vor dem Dreeser Tor 3, Elisabeth David

Vor dem Dreeser Tor 19, Helene Meyer

Wormersdorf, Ipplendorfer Straße 64, Familie Weber

Wormersdorf, Unterdorf 54, Ehepaar Schweitzer

 

Wer in nordrheinisch-westfälischen Städten und Gemeinden Stolpersteine entdeckt und schnell zusätzliche Informationen haben möchte, kann als Smartphone-NutzerIn übrigens auch auf eine vor kurzem freigeschaltete Stolperstein-App des Westdeutschen Rundfunks zurückgreifen. Neben biografischen Texten, die teilweise auch als Audios zur Verfügung stehen, dienen historische Fotos, Mini-Hörspiele und Videos aus dem WDR-Archiv dazu, die Geschichte der Opfer, ihrer Wohnorte und ihrer Zeit so gut wie möglich nachvollziehbar zu machen. Zudem lassen sich zum Gedenken virtuelle Kerzen an den über 15.000 in NRW verlegten Stolpersteinen entzünden. Auch alle Rheinbacher Steine sind mit der App, die man in jedem App-store herunterladen kann, und auf der dazugehörigen Website (https://stolpersteine.wdr.de/web/de/) abrufbar.