Gefährdung des Kindeswohls

Wenn das Kindeswohl gefährdet ist!

Wenn dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung eines Kindes bekannt werden, muss es handeln. Die Fachkräfte im Jugendamt entwickeln ein Schutzkonzept, um Kinder vor Gefahren für ihre geistige, körperliche und seelische Entwicklung zu schützen. Es ist nicht nur der Schutz von kleinen Kindern gemeint, sondern dieser Schutzauftrag bezieht sich auf alle Kinder und Jugendlichen vor Vollendung des 18. Lebensjahres.

In letzter Zeit häufen sich Berichte in den Medien über Vernachlässigungen von Kindern mit teils schwerwiegenden Folgen. Besonders tragisch sind Fälle von Kindstötungen. Die Berichte in den Medien erzeugen den Eindruck, dass es erheblich mehr Fälle von Kindestötungen gibt. Es lässt sich allerdings statistisch nicht belegen, dass die Zahl gestiegen ist.

Gut ist, dass diese Berichterstattung die Sensibilität in der Bevölkerung für Gefährdungen von Kindern stark erhöht hat. Das Jugendamt ist auf Informationen und Mitteilungen über mögliche Gefährdungen angewiesen, um Anhaltspunkte für eine Gefährdung zu erfahren.

Vielleicht haben Sie ja als Nachbar, Freund oder Bekannter von Familien den Eindruck, einem Kind oder Jugendlichen geht es nicht gut.
Zögern Sie bitte nicht, das Jugendamt anzurufen, wenn Sie solche Eindrücke haben. Ihre Informationen sind uns sehr wichtig. Wir sichern Ihnen Vertraulichkeit zu! Das Jugendamt gibt grundsätzlich keine Namen von Meldern weiter. Selbstverständlich können Sie also auch anonym bleiben. Und Sie müssen auch nicht die Namen der betroffenen Familien nennen.

Das Jugendamt führt ein ausführliches Gespräch mit Ihnen, um einen Eindruck zu bekommen, wie hoch der Grad der Gefährdung ist. Aufgrund einer in einem Fachteam vorgenommen Risikoabschätzung werden entsprechende Maßnahmen zur Gefahrenabwehr vorgenommen, um den Schutz des betroffenen Kindes oder Jugendlichen sicher zu stellen.

Sie erreichen das Jugendamt unter der Telefonnummer 02226 917-600.

Oder besuchen Sie während der Dienstzeiten steht immer ein Bereitschaftsdienst zur Verfügung.
Wenn Sie beruflich mit Kindern oder Jugendlichen in Kontakt stehen, z.B. als Lehrer, Erzieher, Arzt oder Hebamme haben Sie seit 2011 einen eigenständigen Auftrag im Bereich der Einschätzung von möglichen Kindeswohlgefährdungen.

Sie haben aber auch einen Beratungsanspruch gegenüber dem Jugendamt und zwar in anonymisierter und pseudonymisierter Form. Diese Form soll auch die Hemmschwelle senken, mit dem Jugendamt in Kontakt zu treten und löst auch Bedenken in datenschutzrechtlicher Hinsicht oder im Kontext von Schweigepflicht.

Kindeswohlgefährung richtig einschätzen

Kindeswohlgefährdung! - Wie soll ich denn einschätzen, ob ein Kind gefährdet ist oder nicht?
Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft des Jugendamtes in anonymisierter und pseudonymisierter Form!

In vielen Berufen kommen Mitarbeitende in Kontakt mit Familien und Kindern oder Jugendlichen. Das sind beispielsweise Ärzte, Fachkräfte in Beratungsstellen, Fachkräfte in Kindertagesstätten, Hebammen, Angehörige von Heilberufen, Suchtberaterinnen und –berater, Lehrkräfte, Psychologen.

Häufig unbekannt ist den Fachkräften dort, dass sie einen eigenen gesetzlichen Auftrag haben, bei gewichtigen Anhaltspunkten, die für eine Gefährdung sprechen könnten, die Eltern zu beraten und dafür zu sorgen, dass sie Hilfen in Anspruch nehmen. Es besteht also dort eine Pflicht, die Situation in und mit der Familie zu klären.

Ausgelöst durch spektakuläre Fälle von Kindesvernachlässigungen und Kindstötungen ist derzeit eine auch sehr übertriebene Fokussierung in der Öffentlichkeit und insbesondere in den Medien auf Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung entstanden.
Umso wichtiger ist, dass o.g. Berufsgruppen adäquate und fachkundige Beratung in Fällen in Anspruch nehmen dürfen, in denen sie Kindeswohlgefährdung vermuten.

Weitgehend unbekannt ist, dass Angehörige der o.g. Berufsgruppen einen Anspruch auf Beratung gegenüber dem Jugendamt haben, bei der Einschätzung über wahrgenommene schwierige oder gefährdende Sachverhalte.

Dabei ist es unerheblich, an welches Jugendamt sie sich wenden. Der Anspruch besteht grundsätzlich gegenüber den Jugendämtern, unabhängig davon, wo das Kind bzw. die Familie lebt oder sie als Fachkraft tätig sind.

Vielleicht fragen sie sich, ob das Jugendamt dann nicht sofort und automatisch aktiv wird, und Handlungen vornehmen muss. Dies ist ausdrücklich nicht der Fall, weil die Beratung in anonymisierter und pseudonymisierter Form vorzunehmen ist.

Neben dem Anspruch auf Beratung in o.g. Weise haben sie natürlich jederzeit die Möglichkeit mit dem Jugendamt Kontakt aufzunehmen, wenn sie sich über das Wohlergehen oder die Entwicklung von Kindern Sorgen machen, also Fälle, wo Schwierigkeiten bestehen, z.B. soziale Benachteiligungen, Förderbedarfe usw.

Rufen sie an! Sie werden über die zentrale Rufnummer des Jugendamtes Rheinbach 0 22 26/ 9 17-600 an eine entsprechende Fachkraft im Jugendamt weitergeleitet oder zeitnah zurückgerufen.