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Anpassung oder Resistenz?
Katholische Kirche und Städtisches Gymnasium im Dritten Reich
Dieser dritte Band der Reihe „Geschichte in Rheinbach“ umfasst zwei Aufsätze von Dr. Horst Mies. Das Verhältnis von katholischer Kirche und Nationalsozialismus im Dritten Reich untersucht der erste Beitrag des Buches. Zwischen Anpassung und vorsichtigem Widerstand pendelt das Handeln kirchlicher Funktionsträger in Rheinbach. So wird u. a. versucht, katholisches Vereinsleben weitestgehend aufrecht zu halten. Doch vor allem beim Kampf um die Jugend muss sich die Kirche letztendlich geschlagen geben. Welche Rolle spielt dabei der Jungmännerverein Rheinbach unter Vikar Gerhard Milles, welche Pfarrer Jakob Bertram?
Das Städtische Gymnasium Rheinbach und das seit 1935 von den Pallottinern geführte Hermann-Josef-Kolleg stehen im Mittelpunkt des zweiten Aufsatzes. Wie sichert die Schule ihre äußere Existenz in der NS-Zeit? Wie zeigt sich der Wertewandel an den neuen Schulplänen? Lässt sich die Lehrerschaft von aggressiven Hitlerjungen unter Druck setzen?
Über die lokalgeschichtliche Bedeutung hinaus stellt das Buch für die überregionale Forschung eine exzellente Fallstudie zum Thema „Nationalsozialismus und katholische Kirche“ dar.
Gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieses Buches legen die „Freunde des Archivs der Stadt Rheinbach auch eine zweite, verbesserte Auflage des ersten Bandes der Reihe „Geschichte in Rheinbach“ vor. Darin stellt Dr. Horst Mies unter dem Titel „Sie waren Nachbarn“ die Geschichte der Rheinbacher Juden in der NS-Zeit vor, ergänzt mit einer wertvollen, von Peter Mohr in mühsamer Kleinarbeit erstellten Liste der jüdischen Bürger Rheinbachs. Beide Bücher sind, an der Kasse des Glasmuseums, im Stadtarchiv und natürlich im Buchhandel zum Preis von 15 € (Geschichte in Rheinbach 3) bzw. 10 € (Geschichte in Rheinbach 1) erhältlich.
Vom Klösterchen zum Krankenhaus 
Das Rheinbacher Krankenhaus von 1866 –1946
Die ‚Armen Dienstmägde Jesu Christi’ sind insgesamt fast 100 Jahre in Rheinbach gewesen. Über die ersten 80 Jahre ihrer Arbeit und die Entstehungsgeschichte des Krankenhauses haben die „Freunde des Archivs der Stadt Rheinbach“ nun eine 56-seitige Broschüre vorgelegt.Die Autorin Birgit Formanski stellt in Ihrer Arbeit vor allem die Leistungen der Schwestern, den pflegerische Anteil und die Aktivitäten im erzieherischen Bereich, besonders heraus. Dem innerklösterlichen Leben ist sie genauso nachgegangen, wie den Beziehungen der Schwestern über die Klostermauern hinweg: zu Rat, Pfarrkirche und der Rheinbacher Bevölkerung. An einzelnen Beispielen wird dargelegt, welche Hindernisse sich beim Aufbau und Erhalt des hiesigen Krankenhauses ergaben und wie der Orden Probleme, die in den ersten Jahren und auch später auftraten, löste. Außerdem ging sie der Frage nach, ob die Entwicklung, die das Krankenhaus nahm, typisch nur für Rheinbach war.Die Publikation von Birgit Formanski mit dem Titel „Vom Klösterchen zum Krankenhaus. Zur Geschichte des Rheinbacher Krankenhauses 1866 –1946“ (ISBN 3 – 9806176-9-6) ist als Nr. 13 der Reihe „Beiträge zur Geschichte der Stadt Rheinbach – Kleine Reihe“ erschienen und ist im Buchhandel, an der Kasse des Glasmuseums und im Stadtarchiv in der Polligsstraße für 4 € erhältlich.
Ein Bahnhof für Rheinbach
Vor gut 125 Jahren, im Juni 1880, wurde die Eisenbahnstrecke Bonn – Rheinbach – Euskirchen für den Zugverkehr freigegeben. Aus diesem Anlass hat der Verein Freunde des Archivs der Stadt e. V. nun eine 52seitigen Broschüre herausgegeben, die einen Überblick über Planung, Bau und Betrieb der Eisenbahn im Bereich der Stadt Rheinbach. Dabei gelingt es dem Autor Siegfried Formanski, die Ereignisse vor Ort verständlich in den Rahmen der rheinischen Eisenbahngeschichte einzubetten. Intensives Quellenstudium in verschiedenen Archiven ermöglichte ihm eine detaillierte Darstellung der heute noch zugänglichen Fakten zum Bau der Strecke Bonn – Rheinbach – Euskirchen im Jahre 1880 und der Strecke Liblar – Rheinbach – Ringen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Siegfried Formanski: Ein Bahnhof für Rheinbach. Eine Kreisstadt kämpft um den Anschluss an das Eisenbahnnetz (= Beiträge zur Geschichte der Stadt Rheinbach, Kleine Reihe Nr. 12), Rheinbach 2006, ISBN 3-9806176-8-8.
Die Broschüre ist zum Preis von 3 Euro im Buchhandel, an der Kasse des Glasmuseums und im Stadtarchiv erhältlich. Vereinsmitglieder können die Broschüre kostenlos im Stadtarchiv abholen.
Eine Zusendung erfolgt aus Kostengründen nur bei telefonischer Bestellung.
Keramik in der Stadt Rheinbach
Bereits seit 1860 wird in Rheinbach Keramik fabrikmäßig hergestellt. In diesem Jahr errichteten der damalige Bürgermeister Ignaz Neß und der Kaufmann Edmund Thomas im Bereich des heutigen Aldi-Marktes eine Tonwarenfabrik. In der Folgezeit entstanden weitere Töpfereien, die zumeist industriell ausgerichtet waren. Namen wie Ohrem, Schardt & Klein oder Fuss & Emons sind vielen Rheinbachern noch heute ein Begriff. Diese Firmen waren im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts bedeutende Arbeitgeber in der ansonsten von Beamten- und Landwirtschaft dominierten Stadt.
Nach einem Gesundschrumpfungsprozess entwickelte sich Rheinbach in den 50er Jahren zu einem der bedeutendsten deutschen Herstellungszentren künstlerischer Serienkeramik.
Vorreiter war hier Rudolf Schardt, der die Zeichen der Zeit als erster erkannte und die Produktion der Ruscha-Keramik komplett auf die neu entwickelten Formen und Dekore umstellte. Aber auch die Firmen Marei (Jean Fuss und Sohn) sowie ES-Keramik (Emons und Söhne) nahmen moderne Zierkeramik in ihr Programm auf.
Zu diesem Thema ist nun eine 36seitige Broschüre erschienen, die einen Überblick über die Rheinbacher Keramikindustrie von ihren Anfängen bis heute bietet.
Über 80 meist farbige Abbildungen illustrieren anschaulich die Entwicklung der hergestellten Objekte. Aber auch die wichtigsten Rheinbacher Unternehmer, Dekorentwerfer und Modelleure werden –oftmals mit Foto- vorgestellt.
Darüber hinaus wird ein kleiner Auswahlkatalog zur Ausstellung „zeitnah und formschön – Keramik der 50er Jahre aus Rheinbach“ geboten.
Die Broschüre ist für 5,00 € im Stadtarchiv Rheinbach, Polligsstr. 1, Glasmuseum Rheinbach, Himmeroder Wall 6 und im Buchhandel erhältlich.
Dietmar Pertz: Keramik in der Stadt Rheinbach (Beiträge zur Geschichte der Stadt Rheinbach, Kleine Reihe Nr. 11), Rheinbach 2005, ISBN 3-9806176-7-X.
Rheinbach unterm Krumstab

Wie lebten die Rheinbacher Bürger im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit? Antworten auf diese Frage liefert dem wissbegierigen Leser das Buch "Rheinbach unterm Krumstab - Vom Leben in einer kurkölnischen Kleinstadt". Prof. Klaus Flink gibt in seinem Buch eine systematische Übersicht über das Leben in der Stadt Rheinbach vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit.
Ausgehend von einer Analyse der Topographie von Stadt und Gemarkung werden die Themen Verfassung, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft ausführlich dargestellt. Brauchtum und Feste werden ebenso behandelt wie Markt und Handel, die Wasserversorgung, das Gerichtswesen oder die Stadtverwaltung. Dabei gelingt es ihm, interessante Einzelheiten in den angemessenen Gesamtzusammenhang zu bringen. Klaus Flink: Rheinbach unterm Krumstab, Vom Leben in einer kurkölnischen Kleinstadt (= Beiträge zur Geschichte der Stadt Rheinbach, Monographische Reihe, Bd. 2), Rheinbach 2005, ISBN-3-9806176-1-0.
Das Buch umfasst 376 Seiten (Klappbroschur, Querformat, zweispaltig), 86 Abbildungen inkl. einer Beilage und ist im Buchhandel, im Stadtarchiv und an der Kasse des Glasmuseums für 43,00 € erhältlich.
Kellerkataster

Im Frühjahr 1999 fand sich ein Team der Freunde des Archivs der Stadt Rheinbach e.V. zusammen, das sich die Erstellung eines Kellerkataster für den historischen Stadtkern von Rheinbach zur Aufgabe machte. Vom "Kellerteam", bestehend aus Werner Gerhards, Dieter Deindörfer, Heinz Kessel, Jürgen Wentscher und Horst Zoudlik, wurden in diesem Bereich insbesondere die alten Keller vermessen und in ihrer Lage im Gebäude festgehalten.
Das Ergebnis ist ein ansehnlicher Beitrag zur Stadtgeschichte. Alte Keller bewahren Zeugnisse der Stadtgeschichte auf, selbst dann, wenn durch Zerstörung oberirdisch vieles verloren gegangen ist.. Fast hundert Keller sind im Stadtkern noch erhalten, die in der Zeit vor 1900 entstanden sind, einige von ihnen sind sicher über 300 Jahre alt.
Dieter Deindörfer hat die Arbeit des Kellerteams in einer fast 50-seitigen Broschüre zusammengefasst.
Er beschreibt darin die verschiedenen Kellerformen, die in Rheinbach vorzufinden sind.. Dabei reicht die Palette vom kleinen Keller im Bauernhof, der meist unter Küche zu finden ist, bis zu den großen Kellern der Geschäfte in der Hauptstraße. Auch zufällig entdeckte Besonderheiten stellt Deindörfer vor. Beispielsweise finden die bis 14 m tiefen Hausbrunnen eine besondere Erwähnung.
Darüber hinaus wird der vermutlich älteste Keller (Polligsstr. 1), ein Keller durch den ein Bach führt und ein Weinkeller exemplarisch näher erläutert .Interessant ist auch die Beschreibung des Keller des ehemaligen Rheinbacher Hofs. Während er unbeschadet bis heute existiert, ist das eigentliche Gebäude im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. In diesem Zusammenhang konnte in der Broschüre erstmals eine Übersichtskarte des Stadtkerns veröffentlicht werden, die den Zerstörungsgrad der einzelnen Häuser aufzeigt.
Das Heft schließt mit der Kurzbeschreibung der rund 90 älteren Keller im Stadtkern.
Die Broschüre Rheinbacher Kellerkataster, Untersuchungen zur archäologischen Bestandsaufnahme im historischen Stadtkern (ISBN 3_9806176-6-1) ist in der Reihe "Beiträge zur Geschichte der Stadt Rheinbach - Kleine Reihe erschienen. Sie kostet drei Euro und ist im Buchhandel, an der Infothek im Rathaus, im Stadtarchiv und im Glasmuseum erhältlich.
Kleinstadt in der Krise
Machtergreifung in Rheinbach 1932/33 und weitere Beiträge
Nun liegt der zweite Band der Reihe "Geschichte in Rheinbach" vor. Auf über 180 Seiten finden sich hier vier Aufsätze, die ein breites Spektrum von Themen - von der Archäologie bis zur Stromversorgung - abdecken.
Aktuelle Forschungsergebnisse zur römischen Besiedlung unseres Raumes stellt Johann-Christoph Wulfmeier vor. Er berichtet über die vor zwei Jahren entdeckten römischen Gräber im Baugebiet Weilerfeld. Insgesamt 46 Brandgräber konnten bei dieser Grabung freigelegt werden. Diese Untersuchung, die übrigens auch einen aufschlußreichen Überblick über die verschiedenen römischen Bestattungsformen bietet, wird nicht nur die archäologisch Interessierten, sondern auch die zukünftigen Hausbesitzer im Wohngebiet Weilerfeld ansprechen.
Einen Einblick in die gesellschaftliche Strukturen Rheinbachs kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges sowie die Darstellung wichtiger Ereignisse in der damaligen Kreisstadt gewähren uns Auszüge aus den Tagebüchern und Erinnerungen des Amtsrichters Matthias Rech. Mal amüsant, mal spannend berichtete Rech, der 1918 bis 1920 in Rheinbach wirkte, in seinen Aufzeichnungen über einen Gefangenenaufstand in der Strafanstalt, den Arbeitsalltag und das tägliche Miteinander der Menschen. Zusammengestellt hat diesen Artikel Stadtarchivar Dietmar Pertz.
Eine wichtige Ergänzung zum ersten Band der Reihe Geschichte in Rheinbach hat Dr. Horst Mies erarbeitet. Sein Beitrag Kleinstadt in der Krise zeichnet präzise und detailgetreu die Vorgänge um die Auflösung des Kreises Rheinbach und die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten auf. Deutlich wird hier das Gefühl der Ohnmacht, in der sich die politische Führungsschicht der Stadt befand, als die Verfügung zur Kreisauflösung aus Berlin eintraf. Trotzdem war es nicht leicht für die NSDAP, im katholisch geprägten Rheinbach Fuß zu fassen. Der Autor beschreibt aber auch, wie in der Stadt Rheinbach und in den Ortschaften - oft gegen den Widerstand von Ratsmitgliedern und Bürgern - die politische Führung durch Druck von oben ausgetauscht wurde.
Ein Wendepunkt in der Geschichte Rheinbachs und seiner Ortschaften war sicherlich die Elektrifizierung. Karl Schallus dokumentiert die hundertjährige Geschichte der Stromversorgung von der Errichtung des Elektrizitätswerkes Rheinbach 1897 bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Auch die Ortschaften, die erst ab 1911 an das Stromnetz angeschlossen wurden, werden in diesem Aufsatzausführlich berücksichtigt.Das Buch Horst Mies u.a.: Kleinstadt in der Krise. Machtergreifung in Rheinbach 1932/33 und andere Beiträge (ISBN3-87062-071-4) ist im CMZ-Verlag Rheinbach (ISBN 3-87062-071-4) erschienen und ist in allen Buchhandlungen sowie im Stadtarchiv, Polligsstr. 1 und im Glasmuseum, Himmeroder Wall 6, zum Preis von 14.80 € erhältlich.
Die Burgstadt der Herren von Rheinbach Burgherren werden Stadtherren
Neue Publikation begibt sich auf die Spuren der Ritter von Rheinbach
Der Autor Prof. Dr. Klaus Flink, ausgewiesener Kenner der mittelalterlichen Geschichte unserer Stadt, legt mit dieser Veröffentlichung einen Nachdruck von drei bereits früher erschienenen Aufsätzen vor, die sich mit dem Stadtbildungsprozess Rheinbachs beschäftigen. Die Publikation, die über 60 Seiten umfasst, zeichnet die präurbane Entwicklung des grundherrschaftlichen Großweilers zur hochmittelalterlichen Burgstadt der Herren von Rheinbach nach. Ergänzt werden die Ausführungen durch einen Anhang, der alle für die Stadtwerdung und die Baugeschichte der Burg relevanten Quellen dokumentiert.
FLINK, Klaus: Die Burgstadt der Herren von Rheinbach, Rheinbachs Stadtwerdung, Rheinbach 2003, ISBN 3-9806176-5-3, 6,50 €. Erhältlich im Glasmuseum und im Stadtarchiv sowie im Buchhandel.
Zur Geschichte der Juden in Rheinbach im Dritten Reich
Unter diesem Titel stellt der Verein "Freunde des Archivs der Stadt Rheinbach" anläßlich der Wiederkehr des Tages der Vertreibung der letzten Rheinbacher Juden vor 60 Jahren den ersten Band der Reihe "Geschichte in Rheinbach" vor.
Mit dieser Reihe will der Verein seiner selbstgestellten Aufgabe nachkommen, für die Geschichte der Stadt wichtiges Archivgut zu sichern, zu dokumentieren und den Bürgerinnen und Bürgern in geeigneter Weise zugänglich zu machen. Dies geschah bislang vorwiegend durch Vorträge von Mitgliedern oder von Experten außerhalb des Mitgliederkreises. Die Vorträge waren auf großes Interesse gestoßen, was den Verein ermutigte, Arbeitsergebnisse auch in Form von Ausstellungen zu präsentieren.
Nun soll mit der Herausgabe des ersten Bandes dieser nunmehr beabsichtigten Reihe ein weiterer Präsentationsweg beschritten werden. Auch hier hoffen die Verantwortlichen auf gute Resonanz in der Bürgerschaft.
Mit dem Band "Sie waren Nachbarn - Zur Geschichte der Juden in Rheinbach im Dritten Reich" greifen die Autoren Dr. Horst Mies und Peter Mohr ein in der jüngeren Vergangenheit häufig diskutiertes Thema auf und zeichnen durch die mit Akribie erarbeiteten Ergebnisse ihrer Nachforschungen ein Bild, das durch den Zeitenlauf schon zu verblassen beginnt.
Vielen alteingesessenen Mitbürgern jedoch werden die Namen der hierin genannten Familien noch geläufig sein, aber vielleicht ist nicht allen der Ablauf des Verschwindens dieser Namen und Personen bekannt.
Eine kleine Leseprobe möge das Bild der damaligen Zeit beleuchten:
"Sie waren Nachbarn" (ISBN 3-87062-051-X) erscheint Ende April
Der Familie von Hermann Geisel gelang ebenfalls die Ausreise nach Holland und von dort aus wenige Tage vor Ausbruch des 2. Weltkrieges die Flucht nach England. Allerdings wird bei dieser Familie deutlich, mit welchen Schikanen die Ausreisegenehmigung aus Deutschland behaftet war.
Eines Tages verlud der alte Hermann Geisel in geradezu panischer Hektik Möbelstücke auf einen LKW, bei den Nachbarn erschien in der Dunkelheit die alte Frau Geisel und bat darum, ihre Familie doch mit dem PKW nach Bonn zur Bahn zu fahren, da dies die einzige Möglichkeit sei, der unvermutet bewilligten Ausreisegenehmigung noch nachkommen zu können. Die Nachbarn trafen die Geisels dann hinter dem Bahndamm am Gräbbach, wo diese blitzschnell ins Auto sprangen.
Dieses heimliche Einsteigen wurde jedoch beobachtet und (Bürgermeister) Wiertz gemeldet, der dafür am kommenden Tag den Autobesitzer auf das Bürgermeisteramt zitierte und wegen der verbotenen Kontakte zu Juden zur Rede stellte. Diesem Nachbarn, dem alten Herrn Mombeck, wurde bei Kriegsausbruch als erstem in Rheinbach sein Privatauto aus "kriegsnotwendigen Gründen" entzogen ......
im CMZ-Verlag Winrich C.-W. Clasen (Rheinbach) und kann zum Preis von € 8.80 in jeder guten Buchhandlung, im Stadtarchiv (Polligsstraße 1) oder an der Kasse des Glasmuseums erworben werden.
Klaus W. Hofmann
Verein der Freunde des Archivs der Stadt Rheinbach e.V.