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Römerkanal-Informationszentrum

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„…wie das Wasser laufen lernte“

Das Projekt Römerkanal-Informationszentrum wird mit Mitteln des Programms des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) „Erlebnis NRW – Tourismuswirtschaft stärken“, der Regionalen Kulturförderung des LVR sowie durch weitere Zuschüsse finanziert.

 

 

  1. Ausgangslage

Die römische Wasserleitung aus der Eifel nach Köln ist der größte und bedeutendste antike Technikbau nördlich der Alpen und eines der populärsten Bodendenkmäler des Rheinlandes.

Kaum eine andere Region nördlich der Alpen weist eine ähnliche Dichte römischer Spuren auf wie das Rheinland. Zu den bedeutenden musealisierten Fund- bzw. Siedlungsstätten der Römer in Köln, Xanten, Zülpich, Bad Neuenahr etc. und den umfangreichen Sammlungen römischer Artefakte in Köln (Römisch-Germanisches Museum) und Bonn (LVR-LandesMuseum) kommt die römische Wasserleitung zwischen Nettersheim und Köln als das Bauwerk hinzu, das allein durch seine Länge, aber auch durch die Perfektion seiner technischen Realisierung und durch die Geschichte seiner Wiederverwertung als mittelalterlicher Steinbruch zu den interessantesten und komplexesten Zeugnissen römischer Ingenieurskunst und der damals erreichten zivilisatorischen Standards gehört. Die Sicherung der Ressource Wasser bietet darüber hinaus aktuelle (und zukunftsträchtige) Anknüpfungspunkte.

Der Verlauf der Wasserleitung ist fast lückenlos dokumentiert und wissenschaftlich erforscht. Durch den Römerkanal-Wanderweg (RKWW), der am 1. Juni 2012 wiedereröffnet wurde, wird sie touristisch erschlossen, vgl. www.roemerkanal-wanderweg.de. Der RKWW besteht seit 1988 und ist damit einer der ersten archäologischen Wanderwege in Deutschland. Er setzt in Nettersheim an, führt über Kall-Dottel, Mechernich, Euskirchen-Kreuzweingarten, Rheinbach, Bornheim-Brenig und Brühl und endet in Köln-Sülz. Der RKWW verbindet damit insgesamt zwölf Kommunen in so reizvollen Landschaften wie der Eifel, der Börde/Voreifel, der Ville und der Kölner Bucht.

  1. Die touristische Bedeutung des Römerkanal-Wanderwegs

Das Land Nordrhein-Westfalen hat gerade in letzter Zeit seine Bemühungen erheblich gesteigert, sich als attraktive Tourismusdestination zu vermarkten. Dies resultiert aus der Neudefinition des Stellenwertes von Tourismus als Wirtschaftsfaktor und Standortkatalysator.

Der RKWW wird bereits jetzt jährlich von tausenden kulturinteressierten und Naherholung suchenden Touristen genutzt. Diese Zahl dürfte sich nicht nur aufgrund des anhaltenden Interesses an der Antike, insbesondere an dem Römerthema, weiterhin steigern. Die Naturparke Nordeifel und Rheinland in enger Zusammenarbeit mit den zwölf betroffenen Kommunen zwischen Nettersheim und Köln, dem Eifelverein und dem Freundeskreis Römerkanal e.V. haben an einer Neuauflage des Römerkanal-Wanderweges erfolgreich zusammengearbeitet.

Durch die Verknüpfung mit bestehenden Wanderrouten, z.B. Eifelsteig, und den sehr guten Anbindungen an Bahn- und Busstrecken von Köln/Bonn/Euskirchen/Trier sowie das Autobahnnetz kann der Bedarf von Naherholungssuchenden und Kulturtouristen entlang des gesamten Wanderweges optimal befriedigt werden. Der bestehende Römerkanal-Wanderweg führt durch den Naturpark Rheinland und den Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel. Damit ist ein großes Einzugsgebiet in einer der bevölkerungsreichsten Regionen Europas an der Nahtstelle zu Belgien, den Niederlanden und der Rheinschiene definiert.

Mit der Römerkanal-Charta, in der sich die zwölf Anrainerkommunen zwischen Nettersheim in der Eifel und Köln verpflichten, „in einer gemeinsamen Anstrengung die Attraktivität des Römerkanals als wichtiges touristisches Ziel in Nordrhein-Westfalen“ zu fördern und  auszubauen, liegt ein Musterbeispiel regionaler Kooperation vor, das von einem starken bürgerschaftlichen Engagement – gebündelt im Verein „Freundeskreis Römerkanal e.V.“ – flankiert wird. Die regionale identitätsstiftende Wirkung und thematische Tragfähigkeit konnte in dem 2014 unter Federführung des Naturparks Rheinland durchgeführten „Römerjahres“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden.

  1. Das Konzept des Römerkanal-Informationszentrums

Der Römerkanal-Wanderweg verfügt über erhebliches touristisches Potenzial, zu dessen Hebung das Römerkanal-Infozentrum erforderlich ist. Mit dem Neubau auf dem Himmeroder Wall wird Mitte 2018 begonnen.

Das Infozentrum hat zwei inhaltliche Kerne: Zum einen die Ausstellung „Wasser für Roms Städte“, die zur Landesgartenschau 2014 in Zülpich in den Römerthermen Zülpich. Museum der Badekultur mit großem Erfolg gezeigt wurde. Daher hatte die Ausstellungsgestaltung in Zülpich die örtlichen Bedingungen in Rheinbach zwingend im Blick. Mit der Weiterverwertung einer Sonderausstellung als Dauerausstellung wird hier ein erfolgreicher und beispielhafter Beitrag zur nachhaltigen Verwendung öffentlicher Mittel erbracht. Zum anderen dient es der touristischen Information und Vermarktung interessanter Ziele entlang des RKWWs.

Das inhaltliche Konzept verbindet somit auf innovative Art und Weise die Information über das bedeutendste antike Technikdenkmal nördlich der Alpen mit touristischer Serviceleistung. Ausgehend von den großartigen Bauingenieursleistungen der Römer und dem hohen Zivilisationsgrad der antiken Metropolen, der auch eine bestimmte Art der Wasserversorgung einschloss, präsentiert die Ausstellung die bautechnischen Besonderheiten der römischen Wasserleitung anhand aussagekräftiger Exponate und medialer Visualisierungen und zeigt ihr Nachleben“ als mittelalterlicher Steinbruch in zahlreichen Bauwerken der Romanik, die ebenfalls touristisch relevant sind.

Für die Erstellung eines touristischen Konzepts und Qualifizierung der Leistungsträger aus Gastronomie und Hotellerie im Sinne des Qualitätstourismus wurde eine aus Projektmitteln finanzierte Stelle geschaffen:
 

Kontakt:

Vera Ahlbach

Tel. 02226 917554

vera.ahlbach@stadt-rheinbach.de

 

  1. Kontext und regionale Vernetzung: Regionale „Römer-Projekte“

Das Römerkanal-Informationszentrum ist im Kontext weiterer Projekte zu sehen, die in unterschiedlicher Weise auf die kulturelle, touristische, naturräumliche und wirtschaftliche

Entwicklung der Region abzielen. Die Vernetzung der Projekte wird Synergien bezüglich der Zielgruppenansprache generieren, die auch neuen Projekten wie dem Römerkanal-Informationszentrum zugutekommen werden. Von diesen Projekten und Maßnahmen sind zu nennen:

  • der im Juni 2012 neu eröffnete Römerkanal-Wanderweg
  • im Rahmen der Regionale 2010: Erlebnisraum Römerstraße Agrippastraße I Via Belgica
  • Inwertsetzung der Kulturlandschaft im Umfeld des Projektes :agrohort
  • Fortführung des Masterplans :grün im Rhein-Sieg-Kreis: das Konzept Swisttal im Rahmen der Weißen Flecke“ des Region Köln/Bonn e.V.
  • die geplante Neupositionierung des Glasmuseums zum regionalen Leuchtturmprojekt.

Unter den touristischen Destinationen mit verwandter Römer-Thematik sind in der Region zu nennen:

  • LVR-LandesMuseum Bonn
  • » Römische Kalkbrennerei in Bad-Münstereifel-Iversheim
  • Römerstraße in Swisttal-Miel
  • Römerthermen Zülpich. Museum der Badekultur
  • Römervilla in Blankenheim
  • Römischer Drover-Berg-Tunnel
  • Glasmuseum Rheinbach

Der Freundeskreis Römerkanal e.V. hat von Anbeginn die Vernetzung mit verschiedenen Akteuren vor Ort Naturparke, Eifelverein, Heimatvereine, Städte und Gemeinden - systematisch vorangebracht, um Synergien nicht zuletzt bei der Werbung - bereits jetzt, aber auch bei Inbetriebnahme des Römerkanal-Informationszentrums nutzen zu können. (vgl. auch die dem Bewerbungsbogen beigefügten Letters of Intent).
 

Die Vielfalt der Römerthematik und die Tragfähigkeit des Netzwerkes, das sich unter den entsprechenden Akteuren – Kulturinstitute und Touristiker im engen Schulterschluss – herausgebildet hat, konnte im „Römerjahr“ 2014, das unter der Federführung des Naturparks Rheinland durchgeführt wurde, eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden.

Roekiz02Fazit: Das geplante Römerkanal-Informationszentrum gliedert sich perfekt in die bestehende Themenvielfalt der Römer in der Region ein. Es baut auf die schon heute vorhandene Vernetzung der entsprechenden Akteure auf. Darüber hinaus wird mit dieser Einrichtung eine enge Verbindung mit den touristischen Angeboten angestrebt sowie die gemeinsame touristische Entwicklung des Raumes und die Qualifizierung der Leistungsträger (KMUs) im Sinne des Qualitätstourismus‘. Durch den kostenfreien Eintritt und die Barrierefreiheit steht das Römerkanal-Informationszentrum allen Bevölkerungsschichten offen.

Dieses Infrastruktur-Projekt bedient – bei freiem Eintritt – das gewachsene Informationsbedürfnis zur Römischen Wasserleitung und bündelt die touristische Inwertsetzung des Römerkanalwanderwegs (RKWW)  unter Einbeziehung der touristischen Leistungsträger. Das Römerkanal-Informationszentrum wird auf dem Himmeroder Wall errichtet. Das Kulturzentrum Himmeroder Hof mit Glasmuseum und Naturparkzentrum wird somit zu einer "Funktionstrias" erweitert mit Synergien im Hinblick auf Funktionen und Zielgruppen sowie mit regionaler Strahlkraft: Die Besucherführung wird über das Naturparkzentrum Himmeroder Hof erschlossen; die Infrastruktur des Glasmuseums Rheinbach wird mitgenutzt.
 

Das Projekt „Der Römerkanal – wettbewerbsfähig für die Zukunft“ versteht sich als Dach eines konsequent weiterentwickelten Verbundprojektes aus der Region und für die Region, wobei das Thema Römer identitätsstiftend ist. Die touristische Expertise zweier Naturparke (Naturpark Rheinland und Naturpark Nordeifel) wie auch mehrerer  Tourismusorganisationen (Nordeifel Tourismus GmbH, Rhein-Erft-Tourismus e.V., Rhein-Voreifel-Touristik e.V.), die in der Römerkanal-Charta niedergelegte Selbstverpflichtung der 12 Anrainerkommunen entlang des Römerkanalwanderwegs, sich um die Erhaltung des Wanderwegs zu kümmern und ein Römerkanal-Informationszentrum zu errichten sowie das bürgerschaftliche Engagement des Vereins „Freunde des Römerkanals“ e.V., sind in diesem Projekt gebündelt und auf einander abgestimmt.

Das Infrastruktur-Projekt „Römerkanal-Informationszentrum, das etwa in der Mitte der Wandertrasse positioniert ist, schafft die dringend erforderliche zentrale Anlaufstelle als Informations-, Dienstleistungs- und Qualifizierungszentrum. Es dient der weiteren Attraktivierung des RKWWs, um die Zahl der Touristen zu erhöhen und dadurch substanzielle Umsätze in Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel zu generieren sowie der Förderung und Qualifizierung der KMUs entlang des RKWWs.