. .

Mitwirkung im jugendgerichtlichen Verfahren

Die sogenannte Jugendgerichtshilfe
Seit dem das Kinder- und Jugendhilferecht in Kraft ist (seit 1990) wurde der Begriff "Jugendgerichtshilfe" durch den Begriff "Mitwirkung im jugendgerichtlichen Verfahren" ersetzt.

Allerdings ist der Terminus Jugendgerichtshilfe immer noch viel geläufiger.
Deshalb sei er auch hier verwandt. Jugendliche sind ab 14 Jahren strafmündig. Das heißt, sie werden strafrechtlich zur Verantwortung gezogen, wenn sie eine Straftat begehen.

In einem solchen Fall erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage und es kommt zu einem Verfahren vor dem Jugendgericht. In bestimmten Fällen kann aber auch ein Verfahren gegen eine Auflage seitens der Staatanwaltschaft eingestellt werden. Im Jugendamt der Stadt Rheinbach wirkt in beiden Fallkonstellationen eine pädagogische Fachkraft  im jugendgerichtlichen Verfahren mit.

Eine Besonderheit ist, dass auch junge Volljährige ab 18 Jahren bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres begleitet werden. Hier geht es dann unter anderem um die Frage, ob es zur Anwendung des Jugend- oder Erwachsenenstrafrechtes kommt.

Was macht die Jugendgerichtshilfe?
Sie informiert über das Verfahren, Konsequenzen einer Verurteilung und beantwortet Fragen, die sich rund um Anklage, Verfahren und Maßnahmen des Jugendgerichtes ergeben. 

Sie führt ein persönliches Gespräch mit dem Jugendlichen. Die Eltern werden grundsätzlich mit eingeladen, wenn Minderjährige einem Strafvorwurf ausgesetzt sind. Ob diese Gespräche dann gemeinsam oder getrennt stattfinden, wird im Jugendamt mit den Eltern und dem Jugendlichen abgesprochen.

Ganz wichtig: In dem Gespräch geht es nicht um die Klärung der Schuldfrage!

Die Fachkraft erstellt eine Stellungnahme, in der es im wesentlichen darum geht, unter welchen Bedingungen der Jugendliche  oder junge Volljährige aufgewachsen ist, wie der Grad der sozialen Reife ist und was möglicherweise ursächlich für das straffällige Verhalten gewesen sein kann.

Diese Stellungnahme fließt mit in das Verfahren vor dem Jugendgericht ein, damit sich der Richter über die soziale Entwicklung des Jugendlichen oder jungen Volljährigen und die ursächlichen Zusammenhänge, die zu einer strafbaren Handlung geführt haben, ein Bild machen kann.

Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass das Jugendamt dem Richter einen Vorschlag für seine richterliche Entscheidung macht. Kommt es zu einer richterlichen Maßnahme, Auflage oder Weisung wird durch die Jugendgerichtshilfe deren Erfüllung überwacht.

Aber es gibt noch einen weiteren wichtigen Auftrag. Das Jugendamt kann persönliche Hilfen für den Jugendlichen, jungen Volljährigen und /oder seine Familie anbieten und vermitteln. Das ist manchmal sehr sinnvoll, weil man aus der Erfahrung und Forschung weiß, dass hinter straffälligem Verhalten oft private, soziale und schulische/berufliche Schwierigkeiten stecken.

Und in solchen Fällen kann das Jugendamt gezielte Unterstützung anbieten. Nähere Informationen finden Sie auf der Seite "Hilfe für Familien" .

Zuständige Ansprechpartnerin im Jugendamt:

Martina Hardt
Dipl. Sozialarbeiterin
Stadt Rheinbach
-Jugendamt-
Aachener Str. 16
53359 Rheinbach
Tel.: 02226 / 917-614
E-Mail: martina.hardt@stadt-rheinbach.de