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Kindeswohlgefährung richtig einschätzen

Kindeswohlgefährdung! - Wie soll ich denn einschätzen, ob ein Kind gefährdet ist oder nicht?
Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft des Jugendamtes in anonymisierter und pseudonymisierter Form!

In vielen Berufen kommen Mitarbeitende in Kontakt mit Familien und Kindern oder Jugendlichen. Das sind beispielsweise Ärzte, Fachkräfte in Beratungsstellen, Fachkräfte in Kindertagesstätten, Hebammen, Angehörige von Heilberufen, Suchtberaterinnen und –berater, Lehrkräfte, Psychologen.

Häufig unbekannt ist den Fachkräften dort, dass sie einen eigenen gesetzlichen Auftrag haben, bei gewichtigen Anhaltspunkten, die für eine Gefährdung sprechen könnten, die Eltern zu beraten und dafür zu sorgen, dass sie Hilfen in Anspruch nehmen. Es besteht also dort eine Pflicht, die Situation in und mit der Familie zu klären.

Ausgelöst durch spektakuläre Fälle von Kindesvernachlässigungen und Kindstötungen ist derzeit eine auch sehr übertriebene Fokussierung in der Öffentlichkeit und insbesondere in den Medien auf Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung entstanden.
Umso wichtiger ist, dass o.g. Berufsgruppen adäquate und fachkundige Beratung in Fällen in Anspruch nehmen dürfen, in denen sie Kindeswohlgefährdung vermuten.

Weitgehend unbekannt ist, dass Angehörige der o.g. Berufsgruppen einen Anspruch auf Beratung gegenüber dem Jugendamt haben, bei der Einschätzung über wahrgenommene schwierige oder gefährdende Sachverhalte.

Dabei ist es unerheblich, an welches Jugendamt sie sich wenden. Der Anspruch besteht grundsätzlich gegenüber den Jugendämtern, unabhängig davon, wo das Kind bzw. die Familie lebt oder sie als Fachkraft tätig sind.

Vielleicht fragen sie sich, ob das Jugendamt dann nicht sofort und automatisch aktiv wird, und Handlungen vornehmen muss. Dies ist ausdrücklich nicht der Fall, weil die Beratung in anonymisierter und pseudonymisierter Form vorzunehmen ist.

Neben dem Anspruch auf Beratung in o.g. Weise haben sie natürlich jederzeit die Möglichkeit mit dem Jugendamt Kontakt aufzunehmen, wenn sie sich über das Wohlergehen oder die Entwicklung von Kindern Sorgen machen, also Fälle, wo Schwierigkeiten bestehen, z.B. soziale Benachteiligungen, Förderbedarfe usw.

Rufen sie an! Sie werden über die zentrale Rufnummer des Jugendamtes Rheinbach 0 22 26/ 9 17-600 an eine entsprechende Fachkraft im Jugendamt weitergeleitet oder zeitnah zurückgerufen.