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Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche

Anspruch auf Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche besteht, wenn  

  • ihre seelische Gesundheit deutlich und längerfristig vom altersgemäßen Durchschnitt abweicht
  • und sie dann aufgrund dieser Abweichung an der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt sind oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist.

Der Begriff der seelischen Behinderung ist ein sogenannter unbestimmter Rechtsbegriff.  Zum Personenkreis der seelisch Behinderten zählen Kinder und Jugendliche, die deutliche Störungen in ihrer seelischen Entwicklung haben. Beispielsweise Kinder mit ausgeprägter Schulphobie, autistische Kinder oder hoch auffällige Kinder mit sozialen Anpassungsstörungen, die dann aufgrund dieses Störungsbildes beeinträchtigt sind an der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.

Kinder mit Dyskalkulie und Legasthenie zählen grundsätzlich nicht zum Personenkreis der seelisch Behinderten. Nur wenn aufgrund dieser Teilleistungsstörung Probleme und psychische Störungsbilder aufträten, wie beispielsweise Schulphobien, könnte ein Anspruch bestehen. 
Beim Vorliegen solcher Störungsbilder, sogenannter sekundäre Neurotisierungen, werden Maßnahmen der Lernförderungen im Regelfall durch das Jugendamt nicht bezahlt. Hier kämen über die Eingliederungshilfe pädagogisch therapeutische Maßnahmen zur Unterstützung der psychosozialen Entwicklung des jungen Menschen in Betracht, wenn kein anderer Leistungsträger, wie z.B. die Krankenkasse, vorrangig zur Leistung verpflichtet ist. 

Die Lernförderung teilleistungsgestörter Kinder ist grundsätzlich Aufgabe der Schulen und durch entsprechende Erlasse und das Schulgesetz geregelt.