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INGO GLASS:"VERBINDENDE KRAFT DER GRUNDFORMEN UND GRUNDFARBEN MIT DEM RAUM“-Ausstellung in Rheinbach

Pressemitteilung Herbst

Am 06. Juli 2012 wird Bürgermeister Stefan Raetz um 19:30 Uhr im Glaspavillon „Hans-Schmitz-Haus“ die bis 05. August 2012 zu besichtigende Ausstellung eröffnen. Frau Dr. Ruth Fabritius, Museumleiterin des Glasmuseums Rheinbach führt in die Ausstellung ein.

Die drei Grundformen – Kreis, Quadrat und Dreieck und drei Grundfarben – rot, blau und gelb bestimmen das künstlerische Schaffen des aus Rumänien stammenden deutschen Bildhauers Ingo Glass. Seine monumentalen Kunstwerke sind ein unendliches Spiel mit Farbe und Geometrie, mit Fläche und Raum. Reinheit und Klarheit lassen das Wesentliche, das Geistige in einer unfaßbaren Vielfalt zum Vorschein treten und verdrängen das Unnötige. Es entstehen „offene Räume“. Einige dieser „offenen Räume“ des Banater Bildhauers, der zur Elite der deutschen Konkret-Geometrischen Kunstszene gehört, wird 2012 als Wanderausstellung im „Kunsthaus“ Rehau, im Glaspavillon „Hans-Schmitz-Haus“ Rheinbach, im „Schlossgarten des Grafen Velekey-Modroczky“ Sarszentmihaly/Ungarn und in der „Galleria il Tesoro“ Altendorf/Schweiz ausgestellt.

Bauhaustor 2009 6mm Alu 120x60x60cmGeboren wurde der in München lebende und arbeitende Künstler 1941 in Timișoara/Temeswar (Rumänien). Er hat an der Akademie der Bildenden Künste in Cluj-Napoca/ Klausenburg als Meisterschüler bei Artur Vetro studiert, war anschließend Assistent an der Universität für Architektur und Stadtplanung in București/Bukarest, wo er promoviert wurde. Von 1967 bis 1971 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums für zeitgenössische rumänische Kunst in Galați, an dessen Aufbau er ebenfalls beteiligt war. 1979 siedelte er nach München über, wo er jahrelang als Bildhauer und Ausstellungsgestalter für das Kulturreferat der Landeshauptstadt München wirkte. Sein Talent und Initiativgeist wurden in Deutschland frühzeitig erkannt, denn für sein Schaffen wurde der inzwischen renommierte Bildhauer von der Stadt München und von der Bundesrepublik mehrmals gefördert und ausgezeichnet. Schon 1981 erhielt er ein Förderstipendium der Landeshauptstadt München, 1984 wird ihm der Seerosenpreis gewährt, 1985 der Lovis-Corinth-Preis des Bundesinneministeriums, 1995 der Donauschwäbische Kunstpreis des Landes Baden-Württemberg. Auch außerhalb Deutschlands werden seine Leistungen anerkannt: Glass ist unter anderem Preisträger der Fondation Brancusi, Montreal, der Internationalen Biennale für Bildhauerzeichnungen, Budapest. Sein Heimatland Rumänien hat ihm 2004 den Verdienstorden für Bildende Kunst im Rang eines Offiziers verliehen. Mit Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im europäischen Ausland und in den USA, Japan, Australien, Russland, Mexiko, Kanada, Ägypten hat sich der Banater Bildhauer weltweit einen Namen gemacht. Glass´ Arbeiten im öffentlichen Raum prägen Stadtbilder in Deutschland, doch auch in Israel, Rumänien und Ungarn.

Glass´ Schaffen bleibt von seinem persönlichen Hintergrund nicht unberührt – er versteht sich selber als Europäer. Sein Geburtsort, „ein Europa en miniature“, und die Donau als völkerverbindender Fluss hinterlassen Spuren auf seine späteren Werke. Von seiner klassischen Kunstausbildung und somit von der figurativen Kunst trennt sich der Bildhauer mit der Überzeugung, dass nach der eiförmigen Urform, die von Constantin Brâncuși geprägt wurde, im Bereich nichts mehr zu reduzieren sei. Ingo Glass´ Stil ist eher eine Ablehnung bzw. persönliche Interpretation anderer bereits etablierter Kunstrichtungen – konstruktiv konkrete Kunst und das Bauhaus. Der Bauhaus-Theorie entnimmt er die Farbenzuordnung für die Grundformen, wobei er von dieser abweicht, indem er die Farben für das Quadrat und den Kreis umtauscht: der Kreis als Symbol der Bewegung und des Lebens wird ab nun rot statt blau und das Quadrat wird nun – aufgrund seiner Assoziation mit Ausgeglichenheit und Ruhe – blau. Von der konkreten Kunst macht er noch ein Schritt weiter, indem er nicht nur bidimensional mit der Fläche, sondern tridimensional mit dem Raum arbeitet und auch den Kreis einführt. Als Mitglied der Neuen Gruppe bezeichnet sich eher als geometrisch-konkreter Künstler.

Grundformen Und Grundfarben Im Raum _2012 _6 Mm Alu _60x120x60 CmTrotz strenger Geometrie und begrenztem Farbenvokabular ist Glass´ Kunst besonders facettenreich. Denn eben diese Charakteristika seines Schaffens ermöglichen eine Rückkehr zur ureigenen reinen Schönheit der Kunst. Seine Plastiken sind eine Arbeit mit den Flächen und dem Raum, mit den Flächen im Raum und schließlich mit dem Raum selbst. Indem er den Raum schneidet, die Formen aber öffnet, schafft Glass Volumen.

Prof. Eugen Gomringer, Leiter des Instituts für Konstruktive Kunst und Konkrete Poesie (IKKP) im Kunsthaus in Rehau unterstreicht: „Ingo Glass hat europaweit großräumige Projekte und Realisationen geschaffen, für die der Begriff der Raumbogenspannweite als Markenzeichen gilt. Er hat Eisen und Stahl zu einem eleganten Hochstreben und einer kühnen Leichtigkeit verholfen. Das Werk von Ingo Glass ist also längst in die Reihe der berühmten Eisen- und Stahlskulpturen des 20. Jahrhunderts eingestuft worden (…). Offenheit hat bei Glass Vorrang vor Geschlossenheit.“